Erstmals als Erste den Pokal hochstemmen

Mirjam Ackermann will mit den Handballerinnen des LC Brühl am Sonntag gegen GC Amicitia den 13. Cupsieg für die St.Gallerinnen

Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Bild; Balthasar Dörig

Am Sonntag fällt im Handball die erste nationale Entscheidung des Jahres 2026. Im Cup der Frauen steht in Winterthur der Final (Spielbeginn 16.45 Uhr) an. Qualifiziert haben sich der LC Brühl und GC Amicitia. Damit ist gegeben, dass es keine Titelverteidigung für eines der beiden Teams gibt, denn vor einem Jahr sicherten sich die Spono Eagles mit einem 24:23 gegen den LK Zug die Goldmedaille. Der Weg in den Final war für die St.Gallerinnen weit einfacher als jener der Zürcherinnen. Der LC Brühl setzte sich gegen zwei Erstligisten (KTV Wil und SG Muotathal/Mythen Shooters) sowie das eigene NLB-Team durch. GC Amicitia trat zuerst gegen den Erstligisten HV Olten an und musste sich danach gegen die A-Ligakonkurrenten Yellow Winterthur und Spono Eagles bewähren. Nicht nur deswegen ist die Equipe des dänischen Trainers Kent Ballegaard für den Final in der Favoritenrolle. In der NLA-Meisterschaft musste GC Amicitia als Ranglistenerster in den bisherigen 16 Partien mit dem 26:29 Anfang November 2025 gegen den LC Brühl erst eine einzige Niederlage verarbeiten. Die Brühlerinnen als Dritte der Rangliste verloren dreimal.

Statistik spricht für den Rekordmeister
Eine Umfrage unter den NLA-Vereinen hat als klaren Favoriten auf Meisterschaft und Cup die Zürcherinnen ergeben. Nimmt man die Statistiken seit der Einführung des Cup-Wettbewerbs im Jahre 2000 (erster Cupsieger wurde St.Otmar) zur Hand, so ergibt sich ein Bild, das deutlich für die St.Gallerinnen spricht. Sie qualifizierten sich (dieses Jahr eingerechnet) bereits 15-mal für den Final und entschieden diesen 12-mal zu ihren Gunsten. Sucht man GC Amicitia in der Liste der Siegerinnen, so wird man nicht fündig. Seit der Fusion von ZMC Amicitia und den Grasshoppers im Sommer 2010 gab es weder im Cup noch in der Meisterschaft einen Titel. Vor dem Zusammengehen der beiden Vereine gewann Amicitia 2004 den Schweizermeistertitel und ein Jahr später den Cup. Doch die Historie zählt bekanntlich in der sportlichen Gegenwart kaum noch etwas. Will der 34-fache Rekordmeister aus St.Gallen seinen 13. Cupsieg, so zählt der aktuelle Formstand.

Ansteigende Formkurve
Das weiss auch Mirjam Ackermann. Sie ist seit dieser Saison Captain der Brühlerinnen. Seit dem Jahr 2020 spielt sie im NLA-Kader, gar seit 2010 ist sie im Verein aktiv. 380 Partien (davon 144 in der NLA) hat sie im grünweissen Tenü bestritten. Dreimal (in Serie) wurde die Kreisläuferin und Abwehrchefin Schweizermeister, dreimal gewann sie den Supercup und zweimal wurde sie Cupsiegerin. Etwas blieb der 28jährigen bisher verwehrt. Noch nie durfte sie als Captain einen Pokal übernehmen. «Dies soll sich am Sonntag ändern. Unsere Formkurve zeigt nach oben. Wir haben ein breites Kader, verfügen über viel Erfahrung und können uns auf eine stabile Abwehr verlassen.» In der Defensive ist die 169 cm grosse Aggressiv-Leaderin mit dem grossen Kämpferherzen eine zentrale Akteurin. Doch nicht nur auf dem Spielfeld hat sie Führungsqualitäten, sondern ganz allgemein. «Als Captain will ich vorangehen, Vorbild sein und Verantwortung übernehmen», sagt Ackermann, die beim LCB noch einen Vertrag bis 2027 besitzt. Das Finalspiel gegen GC Amicitia mit der aktuellen Ligatopskorerin Leonie Aellen (125 Tore) und der nach 15 Jahren vor zwei Wochen aus dem Nationalteam zurückgetreten Kerstin Kündig als Schlüsselspielerinnen, sieht sie als eine Herausforderung, denn die Zürcherinnen hätten in der Meisterschaft bewiesen, dass sie ein Anwärter auf Titel seien. «Doch dies sind wir auch», will sie noch festgehalten haben.


LC Brühl für den Cupfinal gerüstet

Der LC Brühl bestreitet am kommenden Sonntag in Winterthur den Cupfinal gegen GC Amicita Zürich. So wie den Zürcherinnen mit dem 37:20 die Hauptprobe gegen die Spono Eagles geglückt ist, ist sie es auch den St.Gallerinnen mit dem 41:29 gegen den HV Herzogenbuchsee. «Dieser Sieg gibt uns viel Zuversicht für den Cupfinal», meinte Mia Kernatsch. Die 24jährige Deutsche war auch dank ihren sechs Toren aus sechs Abschlüssen zur besten Spielerin ihres Teams gewählt worden. Sie sprach von einer mutigen Spielanlage ihrer Equipe, fand aber gleichwohl Punkte, die nicht optimal gelaufen waren. «Die 29 Gegentreffer sind gegen den Tabellenletzten zu viele. Auch die Leistungsschwanken waren nicht erfreulich.» Damit sprach sie den Spielverlauf an. Die Brühlerinnen zeigten einen konzentrierten Beginn und lagen nach sechs Minuten 4:0 vorne. Nach neun Minuten stand es 8:2. Doch nach einem Timeout der Bernerinnen erzielten diese vier Tore in Folge zum 8:6. Die Schwächephase des Heimteams dauerte an, so dass nach einer Viertelstunde ein 9:8 notiert werden musste. Das Timeout von Trainer Raphael Kramer zeigte in gleichem Masse Wirkung wie der Einsatz anderer Spielerinnen. So konnte der Vorsprung bis zur Pause (21:14) auf sieben Treffer ausgebaut werden. Im zweiten Spielabschnitt war der LC Brühl wohl jederzeit das bessere Team, doch konnte die Wurfauswertung nicht immer überzeugen. Bei 68 Prozent stand sie am Ende, doch die Gegnerinnen brachten es auch auf 67 Prozent. Der grosse Unterschied der beiden Teams war die Fehlerquote. Diese stand beim Rekordmeister bei sehr guten fünf unerzwungenen Ballverlusten, wogegen Herzogenbuchsee deren 23 zu verzeichnen hatte. Dies war der Unterschied, der sich am Ende auch im verdienten Heimsieg abbildete.

Telegramm Handball Frauen

LC Brühl – HV Herzogenbuchsee 41:29 (21:14)
Kreuzbleiche – 250 Zuschauer – Sr.: O. Albert Gallardo/H .Albert Gallardo

Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen den LC Brühl und 3-mal 2 Minuten gegen Herzogenbuchsee.

LC Brühl: Kothen (7 Paraden und 1 Tor)/Schäfer (1 P.); Kernatsch (6), Baljak (2/1), Simova (6), Ackermann (1), Altherr (3), Truchot (2), Coker (5), Mosimann (5/2), Lüscher, Eugster (2), Usik (1)Hess (4), Arpagaus (3).

HV Herzogenbuchsee: Käser (11 Paraden)/Bösiger (1 P.)/Billeter (4 P.); Gränicher (6), Hofer (1), Teuscher, Widmer (9), Lüthi, Fluri, Caroline Gygax (2), Carmen Gygax, Husmann, Schmied, Sturny (6), Pfäffli (5/1).

Bemerkungen: Verhältnis vergebener Penaltys 0:0. LC Brühl ohne die verletzten Schnider, Lauper, Kikanovic und Kaufmann.

Bericht: Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Foto: Balthasar Dörig


LC Brühl verstärkt sein NLA-Trainerteam

Für den LC Brühl begann am vergangenen Sonntag die Nationalliga A-Finalrunde mit dem Auswärtsspiel beim LK Zug. Die St.Gallerinnen konnten mit einem 35:28-Sieg und einer geschlossenen Teamleistung gefallen. Nun steht am Samstag mit Spielbeginn um 17.30 Uhr das erste Heimspiel der zweiten Meisterschaftshälfte an. Mit dem HV Herzogenbuchsee ist jenes Team zu Gast, das sich als sechstplatzierte Equipe noch für die Finalrunde qualifizieren konnte. Für die Bernerinnen wurde damit Tatsache, was sie letztmals vor drei Jahren geschafft hatten. Dies unterstreicht, dass sie jüngst an Qualität gewonnen haben. Der LC Brühl konnte die letzten drei Vergleiche zu seinen Gunsten entscheiden. Leicht ist ihm dies jedoch jeweils nicht gefallen. Das Team von Trainer Raphael Kramer wird deshalb abermals gefordert sein und muss an seine Leistung in Zug anknüpfen. Der Cheftrainer hat im Hinblick auf die in den kommenden Monaten anstehenden Herausforderungen mit dem Ziel des Cupsieges und der Titelverteidigung in der Meisterschaft in seinem Trainerstaff eine Ergänzung vollzogen. Zusammen mit Torhüterinnen- und Assistenztrainer Goran Aleksic ist neu Azra Mustafoska in seiner Gruppe. Die 50-fache Ex-Internationale, die mit ihren 355 Einsätzen als Spielerin in der Nationalliga A immer noch einen Rekord innehat und jüngst den Lehrgang zur A-Lizenztrainerin absolvierte, bleibt gleichzeitig Trainerin des NLB-Teams des LC Brühl. «Wir wollen mit dem Zuzug von Azra in den Trainingsstrukturen und an den Spielen noch breiter und professioneller aufgestellt sein. Gleichzeitig können wir die Schnittstelle zwischen dem NLA-Team und jenem der NLB optimieren», begründet Kramer. Positive Erfahrungen haben die Brühlerinnen mit Mustafoska im Trainerstaff schon vor zwei Jahren gemacht, als die 38jährige für die Playoff kurzfristig und zwischenzeitlich ihre Dienste und ihr Können einbrachte. Die Saison endete mit dem Titelgewinn.

LC Brühl – HV Herzogenbuchsee
Samstag, 14. Februar 2026, Sporthalle Kreuzbleiche, 17.30 Uhr

Bericht: Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Foto: Beatrice Hänsler


LC Brühl startet optimal in die Finalrunde

Der St.Galler Titelverteidiger gewinnt das erste Spiel der Finalrunde gegen den LK Zug auswärts 35:28

Bericht: Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Foto: Balthasar Dörig

Die erste Partie der Finalrunde der Nationalliga A Handballerinnen war für den LC Brühl in zweifacher Hinsicht ein optimaler Start in die zweite Saisonhälfte. Zum einen konnte er in seinem Auswärtsspiel beim LK Zug sofort die Gangart bestimmen und nach fünf Minuten eine 3:0-Führung erspielen. Zum andern überzeugte der Rekordmeister in der Folge mit einem abgeklärten Auftritt, der im verdienten 35:28-Erfolg endete.

Die St.Gallerinnen wollten mit einem Sieg Revanche für das schmerzhafte 26:26-Unentschieden von Mitte November nehmen. Die Vorbereitung auf die Partie war deshalb minutiös. Dazu zählten auch Varianten gegen das sehr offene Deckungssystem des LKZ. «Wir haben unseren Matchplan konsequent durchgezogen und die vorgesehenen Möglichkeiten gegen die 5:1-Deckung anbringen können. Es ergab sich ein guter Ballfluss.  Dazu kam, dass unsere Deckungsarbeit in Zusammenarbeit mit unserer Torhüterin effizient ausfiel», fasste Katarina Simova zusammen. Die 181 cm grosse Rückraumspielerin war mit acht Toren aus acht Abschlüssen die erfolgreichste Torschützin ihres Teams, wobei sich auch die Bilanz von Clairebel Coker mit fünf Toren aus fünf Würfen sehen lassen konnte. Die beiden hatten einen wesentlichen Anteil am positiven Spielverlauf ihres Teams. In der 1. Halbzeit konnte die schnell erreichte Dreitoredifferenz behauptet werden. Nach der Pause setzte sich das Team von Trainer Raphael Kramer bis zur 45. Minute auf 14 Tore (31:17) ab. «In den letzten 15 Minuten liess dann die Konzentration und die Konsequenz in unserem Spiel leider nach. Dies sollte nicht so sein», fand Simova zum Umstand, dass die Zugerinnen mit dem 28:35 die Differenz noch halbiert hatten.

Telegramm

LK Zug – LC Brühl 28:35 (12:18)
Sporthalle Zug – 175 Zuschauer – Sr.: O. Albert Gallardo/H. Albert Gallardo.

Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen den LK Zug und 5-mal 2 Minuten gegen den LC Brühl.

LK Zug: Knörr (1 Parade)/Trümpler (4 P.)/Abt (1 P.); Schnarwiler (1), Pietrasik (9/4), Tschamper (2), Schürmann (1), Brunett (3), Oberholzer (1), Steinmann (1), Rüegg (2), Spieler (3), Bachmann (4),  Kesselring (1), Flückiger.

LC Brühl: Kothen 11( Paraden)/Schäfer (0 P.); Mierzwa (3),Kernatsch (2), Baljak (1), Simova (8), Ackermann (1), Altherr (4), Truchot (1), Coker (5), Mosimann (4), Eugster (1), Usik (1), Hess (3), Arpagaus (1).

Bemerkungen: Verhältnis vergebener Penaltys 0:1. LC Brühl ohne die verletzten Schnider, Lauper, Kikanovic und Kaufmann.


LC Brühl startet zum erhofften Steigerungslauf

Für den LC Brühl beginnt am Sonntag mit dem Auswärtsspiel beim LK Zug die Finalrunde. Die St.Gallerinnen starten aus Position drei zu den zehn Partien der zweiten Meisterschaftsphase. Die besten vier Teams zum Abschluss der Finalrunde qualifizieren sich für die Playoff-Halbfinals. Vor einem Jahr nahm der LC Brühl die Finalrunde aus Position vier in Angriff und sicherte sich zum Ende der Meisterschaft seinen 34. Schweizermeistertitel. Mit dem Blick zurück meint Trainer Raphael Kramer: «Die Partie in Zug ist für uns der Start zu einem Steigerungslauf bis zu den finalen Spielen im Mai. Wir wollen uns in den kommenden Monaten in einen Lauf spielen und stetig steigern. Jedes Training und jedes Spiel soll uns einen Schritt vorwärtsbringen.» Der Rekordmeister hat auch in dieser Saison zwei Ziele. Am 22. Februar mit Spielbeginn um 16.45 Uhr steht in Winterthur der Cupfinal gegen GC Amicitia Zürich an. Hier ist der 13. Cupsieg im Visier. Im Mai dann soll der 35. Meistertitel Tatsache werden. «Der Weg wir kein einfacher sein. Umso wichtiger ist für uns ein Erfolgserlebnis in Zug», sagt Kramer. Die St.Gallerinnen sind gegen den LK Zug in der Favoritenrolle. Die beiden Saisonvergleiche mit dem knappen 23:22-Auswärtssieg und dem 26:26-Unentschieden zu Hause haben aber einerseits die Stärken der Zentralschweizerinnen aufgezeigt und anderseits, dass ihr Spielsystem mit einer sehr offen gespielten Deckung den Brühlerinnen nicht unbedingt liegt.

LK Zug Handball - LC Brühl Handball
Sonntag, 8. Februar 2026, 16.00 Uhr, Sporthalle Zug

Text: Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Bild: Balthasar Dörig


CUPFINAL x2 – Jetzt gemeinsam nach Winterthur! 💚

Was für ein Erfolg: Sowohl unsere U18 Juniorinnen als auch unsere SPL1 haben sich für den Cupfinal vom 22. Februar 2026 qualifiziert! Dieser doppelte Finaleinzug ist ein ganz besonderer Moment für den gesamten LC Brühl Handball – und ein weiterer Beweis für die starke Arbeit im Leistungs- und Nachwuchsbereich.

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Programm:
10.30 Uhr: Türöffnung (kostenloser Eintritt)
11.30 Uhr: Junioren-Cupfinal MU19: Pfadi Winterthur – HSG Nordwest
14.00 Uhr: Juniorinnen-Cupfinal FU18: LK Zug – LC Brühl Handball
15.45 Uhr: Türöffnung (Eintritt mit Ticket)
16.45 Uhr: Frauen-Cupfinal: LC Brühl Handball – GC Amicitia Zürich


LC Brühl trifft im Cupfinal auf GC Amicitia

Das NLA-Team der St.Galler Handballerinnen gewinnt den Cup-Halbfinal gegen das NLB-Team 33:18 und qualifiziert sich für den Final

Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt

Dass das NLA-Team des LC Brühl den Cup Halbfinal der Handballerinnen gegen das NLB-Team des Vereins gewinnen würde, daran hatte im Vorfeld kaum jemand gezweifelt. Da war das Wie und das Drum und Dran zum reglementarisch verordneten Halbfinal schon interessanter. Dass am Ende die höherklassige Equipe 33:18 gewann, entsprach den Leistungsmöglichkeiten der Spielerinnen. Zur Pause lag das B-Team beim 9:14 lediglich fünf Tore zurück. «Die Defensivarbeit in der 1. Halbzeit war sehr gut. Offensiv hätten wir mutiger und frecher auftreten sollen. Nach der Pause war es dann der Mix zwischen den nachlassenden Kräften, der geringeren Erfahrung und den sich mehrenden Fehlern, dass es zum deutlichen Schlussergebnis kam», bilanzierte die NLB-Trainerin Azra Mustafoska.

Das gegnerische Kompliment

Beste Torschützin der Partie mit sieben Toren war die linke Aussenspielerin des NLA-Teams, Dimitra Hess. Sie sprach nach der Begegnung von einem eher komischen vereinsinternen Halbfinal-Spiel und machte als erstes ein Kompliment an die Gegnerinnen. «Unser Nachwuchsteam hat das super gemacht. Es hat zum Beispiel sehr gut ausgenutzt, dass wir in der 1. Halbzeit zu wenig konsequent agiert haben.» Damit sprach die 25jährige die Tatsache an, dass die Tordifferenz vor der Pause nie grösser als sechs Treffer war. Es war ein wellenartiger Spielverlauf mit längeren torlosen, dafür fehlerhafteren Phasen. Diese Charakteristik verfiel nach der Pause bald einmal, und spätestens Mitte der zweiten Hälfte beim Zehntorvorsprung (23:13) war die Spannung verflogen. «Trotzdem hat es Spass gemacht. Wir freuen uns jetzt auf den Final vom 22. Februar 2026 in Winterthur», meinte Hess. In diesem Endspiel treffen die St.Gallerinnen auf den aktuellen Meisterschaftsleader GC Amicitia Zürich, der seinen Halbfinal gegen die Spono Eagles mit 27:20 zu seinen Gunsten entschieden hat.

Ein zufriedener Präsident

An den Final dachte nach dem Halbfinal auch schon der Präsident des LC Brühl Handball, Chris Löhrer. «Aus Vereinssicht ist es sicher richtig, dass unser erstes Team den Final erreicht hat. Mein Kompliment gilt aber vor allem unserem aus zahlreichen U-18-Elitespielerinnen bestehenden NLB-Team. Eine gewisse Nervosität war anfänglich bei allen auszumachen. Erfreut und überrascht war ich angesichts der Ferienzeit vom Zuschauerinteresse.» Die 600 Besucherinnen und Besucher stimmten auch den LCB-Geschäftsführer Joël Wachter positiv. «Unser Verein hat 350 Mitglieder – davon 220 im Nachwuchsbereich und 50 Aktive. Sie alle haben dazu beigetragen, dass wir einen Cup Halbfinal schon fast ein wenig als familiären Vereinsanlass erleben durften. Das Resultat war am Ende eher nebensächlich.»

LC Brühl «2» (NLB) - LC Brühl «1» (NLA) 18:33 (9:14)
Kreuzbleiche – 600 Zuschauer – Sr.: Odermatt/Rachad.

Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen LC Brühl «2» und 3-mal 2 Minuten gegen den LC Brühl «2».

LC Brühl «2»: A.Schildknecht (8 Paraden)/J.Schildknecht (0 P.)/E.Lichtensteiger (5 P.); M.Lichtensteiger, Rhyner (1), Kobler (1), Rütsche (1), Rigatti (5), Stojkovic (1), Schaub, Maahsen, Hofstetter (6/3), Schmid, Schneider (1), Usik (2).

LC Brühl «1»: Kothen (8 Paraden)/Schäfer (2 P.); Kernatsch, Baljak (4), Simova (4), Ackermann, Altherr (3), Truchot (3/1), Coker (3), Schnider, Mosimann (2/1), Eugster (4), Hess (7), Arpagaus (3).

Bemerkungen. LCB 2» ohne die verletzten Bommer, Krämer und Knüsel. LCB «1» ohne die verletzten Kaufmann, Kikanovic, Lauper und Lüscher. Verhältnis vergebener Penaltys 0:2.

Foto: Balthasar Dörig


Sein Können ins Scheinwerferlicht stellen

Weil es die Reglemente so wollen, ist der Cup Halbfinal der Handballerinnen eine vereinsinterne Angelegenheit des LC Brühl

 

Fritz Bischoff

 

Am Samstag werden im Cup der Handballerinnen die Halbfinals gespielt. Damit wird klar, wer am 22. Februar 2026 in Winterthur den Final bestreiten darf. Ein Verein steht als Finalist bereits fest. Es ist der LC Brühl. Von den vier Teams, die sich für den Halbfinal qualifiziert haben, stellen die St.Gallerinnen die Hälfte. Neben dem LC Brühl «1» aus der höchsten Liga und dem LC Brühl «2» aus der zweithöchsten Liga haben sich die NLA-Teams von Spono Eagles und GC Amicitia Zürich qualifiziert. Eine Auslosung der Halbfinalpartien gab es nicht. Zwei Sätze im rund 60-seitigen Wettspielreglement das Verbands verunmöglichen, dass sich beide St.Galler Teams für den Final qualifizieren könnten. «Im Final können nicht zwei Teams aus demselben Verein teilnehmen. Sollten im Halbfinal zwei Teams aus demselben Verein vertreten sein, müssen sie gegeneinander antreten», ist dort zu lesen. Die Freude, ob dieser Regelung war bei den Brühlerinnen schon vor zwei Jahren klein, als sich die gleiche Halbfinalkonstellation ergeben hatte. «Eigentlich sollten die beiden besten Teams, die den Weg dorthin sportlich geschafft haben, den Final bestreiten. Aber nun ist es so, wie es ist, und wir freuen uns auf das Spiel», sagt Azra Mustafoska, die Trainerin des LC Brühl «2».

Arpagaus und Schnider mit einem Seitenwechsel

Für zwei Spielerinnen ist der vereinsinterne Halbfinal noch besonderer als für alle anderen. Leonie Arpagaus und Ursina Schnider spielten vor zwei Jahren noch im zweiten Team. Mittlerweile sind sie in der ersten Equipe zu Stammkräften geworden. «Wir hatten vor zwei Jahren vor dem Halbfinal die ganze Saison kein einziges Spiel verloren. So wollten wir auch gegen unser NLA-Team gewinnen. Wir verloren dann 24:36. Trotzdem konnten wir zeigen, was wir können», erinnert sich die 21jährige PHS-Studentin Arpagaus. Auch die 20jährige ETH-Studentin Schnider erinnert sich zurück. «Vereinsintern zu spielen und zu verlieren war schon irgendwie ein Frust. Gegen ein anderes Team hätten wir vielleicht den Final erreicht. Aber vor rund 800 Zuschauern und einer tollen Kulisse antreten zu können, war ein Supererlebnis.» Beide betonen auch, dass der vereinsinterne Vergleich für die jungen Spielerinnen aus dem NLB-Team eine gute Möglichkeit sei, sich mit einer guten Leistung ins Scheinwerferlicht zu stellen, um sich damit für das NLA-Team zu empfehlen. «Allgemein gibt es unter den beiden Teams kaum Unbekanntes. Wir spielen ähnliche, vom Verein vorgegebene Systeme. Oft trainieren wir in der Kreuzbleiche nacheinander oder vielleicht sogar einmal gemeinsam», sagt Arpagaus, die seit mehr als zehn Jahren dem Rekordmeister treu ist. Seit fünf Jahren spielt die aus Andelfingen stammende Schnider beim LCB. «Ich freue mich jetzt ganz einfach auf das Derby, das so oder so etwas Besonderes ist. Es geht ja schliesslich um den Einzug in den Cupfinal.» Spielbeginn zum Halbfinal ist am Samstag um 17.15 Uhr in der Sporthalle Kreuzbleiche.

Bericht: Fritz Bischoff, St.Galler Tagbaltt
Foto: Balthasar Dörig


LC Brühl mit 31 Jahren Altersunterschied zum Kantersieg

Mit einem souverän erspielten 34:18-Kantersieg gegen den DHB Rotweiss Thun hat der LC Brühl die Hauptrunde im Handball der Nationalliga A auf dem dritten Rang abgeschlossen. Die St.Gallerinnen waren gegen den Zweitletzten aus dem Berner Oberland von der ersten bis zu letzten Minute das dominierende und ganz einfach bessere Team. «Wir hatten schon etwas mehr Gegenwehr erwartet. Für unsere Gegnerinnen war es aber auch schwierig, unserem Tempospiel entgegenhalten zu können. Unsere kämpferische Einstellung passte im Offensiv- wie auch im Defensivbereich», fasste Stefanie Eugster die 60 Minuten zusammen. Die Kreisspielerin überzeugte mit sieben Toren aus sieben Abschlüssen. «Wir alle waren mental zum Erfolg bereit», fand die 24jährige Bernerin, die die zweite Saison beim Rekordmeister spielt. So war es nicht der Spielverlauf mit der immer deutlicher werdenden Führung für das Heimteam, der die Geschichte des Spiels schrieb, sondern ein Altersunterschied von 31 Jahren. Beim LC Brühl stand bis zur 50. Minute mit einer guten Leistung Norah Kothen im Tor. Dann löste sie Jenny Schäfer ab. Die Deutsche ist seit dieser Saison für die St.Gallerinnen spielberechtigt, nachdem sie zuvor in Arbon aktiv war. Dies ist nichts Besonderes, ihr Alter hingegen schon. Sie ist nämlich 47jährig. Auf dem linken Flügel kam zum dritten Mal in dieser Saison Lauryn Mierzwa zum Einsatz. Die Juniorinneninternationale ist erst 16jährig und erzielte mit dem 13:7 in der 27. Minute ihr erstes Tor in der höchsten nationalen Spielklasse. Ihr Talent erstaunt kaum, spielten doch auch ihre Mutter Caroline und ihr Vater Alexander erfolgreich in den höchsten Ligen, und ihr 19jähriger Bruder Niclas sorgt aktuell bei Pfadi Winterthur als unbestrittener Topskorer für Furore.

Bericht: Fritz Bischoff, St.Galler Tagbaltt
Foto: Balthasar Dörig

LC Brühl – DHB Rotweiss Thun  34:18 (15:8)
Kreuzbleiche – 200 Zuschauer – Sr.: Spengler/Woschitz.

Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen den LC Brühl und 2-mal 2 Minuten gegen Thun.

LC Brühl: Kothen (11 Paraden)/Schäfer(3 P.); Mierzwa (1), Kernatsch, Baljak (6), Simova (3), Ackermann (1), Altherr (4), Truchot (1), Coker (1), Schnider (2), Mosimann (3/2),  Eugster (7), Usik (1), Hess (3), Arpagaus (1).

DHB Rotweiss Thun: Bruni (0 Paraden)/Buchhofer (9 P.); A.Hofstettler (1), Elsenousi, Fahrni, Käslin (2), Negroni (5), Michel (1), Künzle (3), F.Hostettler (5/3), Volovnyk (1), Siegenthaler.

Bemerkungen: Verhältnis vergebener Penaltys 0:0. LC Brühl ohne die verletzten Lüscher, Lauper und Kaufmann.

 


Ein Sieg für das Selbstvertrauen und zwei Punkte für die Finalrunde

Mit dem Heimspiel am Mittwochabend um 20.00 Uhr gegen den DHB Rotweiss Thun schliesst der LC Brühl die Hauptrunde, die er auf dem dritten Platz beenden wird, ab. Auf das zweitplatzierte Yellow Winterthur beträgt der Rückstand in der Rangliste fünf Punkte, zum Vierten LK Zug der Vorsprung ebenfalls fünf Punkte. Trotz dieser Ausgangslage sieht Captain Mirjam Ackermann die Partie nicht als unwichtige Pflichtaufgabe an. «Wir sind in der Favoritenrolle und wollen diese mit einem Sieg bestätigen. Da die Punkte aus der Hauptrunde in die Finalrunde mitgenommen werden, sind für uns auch die zwei Punkte wichtig.» Von den Bernerinnen erwartet sie eine beträchtliche Gegenwehr. Vor dem letzten Spiel sind sie auf dem 7. Platz und damit nicht für die Finalrunde qualifiziert. Ihr Rückstand auf den Sechsten Herzogenbuchsee beträgt nur einen Punkt. Verliert Herzogenbuchsee sein Spiel gegen Zug, während Thun gegen den LC Brühl gewinnt, würden die beiden Teams ihre Plätze tauschen. «Da geht es für unseren Gegner um sehr viel. Wir müssen uns aber auf uns fokussieren und die Leistung abrufen, die wir am vergangenen Sonntag bei unserem Sieg gegen die Spono Eagles in der 2. Halbzeit gezeigt haben. Damit können wir auch beweisen, dass wir trotz einiger Hochs und Tiefs in der Hauptrunde wieder ein Anwärter auf den Titel sind», meint die 28jährige Ackermann, die schon seit 16 Jahren und damit den U15-Juniorinnen beim LC Brühl spielt und in dieser Zeit 376 Pflichtspiele absolviert hat.

LC Brühl Handball – DHB Rotweiss Thun Mi, 28.01.2026 20:00
Sporthalle Kreuzbleiche, St.Gallen – Sr.: Spengler/Woschitz.

Bericht: Fritz Bischoff
Bild: Balthasar Dörig


LC Brühl Handball

Adresse  LC Brühl Handball | 9000 St. Gallen
Geschäftsstelle  Andrea Albrecht | info@lcbruehl.ch | T +41 71 280 11 30

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