Weil es die Reglemente so wollen, ist der Cup Halbfinal der Handballerinnen eine vereinsinterne Angelegenheit des LC Brühl
Fritz Bischoff
Am Samstag werden im Cup der Handballerinnen die Halbfinals gespielt. Damit wird klar, wer am 22. Februar 2026 in Winterthur den Final bestreiten darf. Ein Verein steht als Finalist bereits fest. Es ist der LC Brühl. Von den vier Teams, die sich für den Halbfinal qualifiziert haben, stellen die St.Gallerinnen die Hälfte. Neben dem LC Brühl «1» aus der höchsten Liga und dem LC Brühl «2» aus der zweithöchsten Liga haben sich die NLA-Teams von Spono Eagles und GC Amicitia Zürich qualifiziert. Eine Auslosung der Halbfinalpartien gab es nicht. Zwei Sätze im rund 60-seitigen Wettspielreglement das Verbands verunmöglichen, dass sich beide St.Galler Teams für den Final qualifizieren könnten. «Im Final können nicht zwei Teams aus demselben Verein teilnehmen. Sollten im Halbfinal zwei Teams aus demselben Verein vertreten sein, müssen sie gegeneinander antreten», ist dort zu lesen. Die Freude, ob dieser Regelung war bei den Brühlerinnen schon vor zwei Jahren klein, als sich die gleiche Halbfinalkonstellation ergeben hatte. «Eigentlich sollten die beiden besten Teams, die den Weg dorthin sportlich geschafft haben, den Final bestreiten. Aber nun ist es so, wie es ist, und wir freuen uns auf das Spiel», sagt Azra Mustafoska, die Trainerin des LC Brühl «2».
Arpagaus und Schnider mit einem Seitenwechsel
Für zwei Spielerinnen ist der vereinsinterne Halbfinal noch besonderer als für alle anderen. Leonie Arpagaus und Ursina Schnider spielten vor zwei Jahren noch im zweiten Team. Mittlerweile sind sie in der ersten Equipe zu Stammkräften geworden. «Wir hatten vor zwei Jahren vor dem Halbfinal die ganze Saison kein einziges Spiel verloren. So wollten wir auch gegen unser NLA-Team gewinnen. Wir verloren dann 24:36. Trotzdem konnten wir zeigen, was wir können», erinnert sich die 21jährige PHS-Studentin Arpagaus. Auch die 20jährige ETH-Studentin Schnider erinnert sich zurück. «Vereinsintern zu spielen und zu verlieren war schon irgendwie ein Frust. Gegen ein anderes Team hätten wir vielleicht den Final erreicht. Aber vor rund 800 Zuschauern und einer tollen Kulisse antreten zu können, war ein Supererlebnis.» Beide betonen auch, dass der vereinsinterne Vergleich für die jungen Spielerinnen aus dem NLB-Team eine gute Möglichkeit sei, sich mit einer guten Leistung ins Scheinwerferlicht zu stellen, um sich damit für das NLA-Team zu empfehlen. «Allgemein gibt es unter den beiden Teams kaum Unbekanntes. Wir spielen ähnliche, vom Verein vorgegebene Systeme. Oft trainieren wir in der Kreuzbleiche nacheinander oder vielleicht sogar einmal gemeinsam», sagt Arpagaus, die seit mehr als zehn Jahren dem Rekordmeister treu ist. Seit fünf Jahren spielt die aus Andelfingen stammende Schnider beim LCB. «Ich freue mich jetzt ganz einfach auf das Derby, das so oder so etwas Besonderes ist. Es geht ja schliesslich um den Einzug in den Cupfinal.» Spielbeginn zum Halbfinal ist am Samstag um 17.15 Uhr in der Sporthalle Kreuzbleiche.
Bericht: Fritz Bischoff, St.Galler Tagbaltt
Foto: Balthasar Dörig
