Das NLA-Team der St.Galler Handballerinnen gewinnt den Cup-Halbfinal gegen das NLB-Team 33:18 und qualifiziert sich für den Final
Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Dass das NLA-Team des LC Brühl den Cup Halbfinal der Handballerinnen gegen das NLB-Team des Vereins gewinnen würde, daran hatte im Vorfeld kaum jemand gezweifelt. Da war das Wie und das Drum und Dran zum reglementarisch verordneten Halbfinal schon interessanter. Dass am Ende die höherklassige Equipe 33:18 gewann, entsprach den Leistungsmöglichkeiten der Spielerinnen. Zur Pause lag das B-Team beim 9:14 lediglich fünf Tore zurück. «Die Defensivarbeit in der 1. Halbzeit war sehr gut. Offensiv hätten wir mutiger und frecher auftreten sollen. Nach der Pause war es dann der Mix zwischen den nachlassenden Kräften, der geringeren Erfahrung und den sich mehrenden Fehlern, dass es zum deutlichen Schlussergebnis kam», bilanzierte die NLB-Trainerin Azra Mustafoska.
Das gegnerische Kompliment
Beste Torschützin der Partie mit sieben Toren war die linke Aussenspielerin des NLA-Teams, Dimitra Hess. Sie sprach nach der Begegnung von einem eher komischen vereinsinternen Halbfinal-Spiel und machte als erstes ein Kompliment an die Gegnerinnen. «Unser Nachwuchsteam hat das super gemacht. Es hat zum Beispiel sehr gut ausgenutzt, dass wir in der 1. Halbzeit zu wenig konsequent agiert haben.» Damit sprach die 25jährige die Tatsache an, dass die Tordifferenz vor der Pause nie grösser als sechs Treffer war. Es war ein wellenartiger Spielverlauf mit längeren torlosen, dafür fehlerhafteren Phasen. Diese Charakteristik verfiel nach der Pause bald einmal, und spätestens Mitte der zweiten Hälfte beim Zehntorvorsprung (23:13) war die Spannung verflogen. «Trotzdem hat es Spass gemacht. Wir freuen uns jetzt auf den Final vom 22. Februar 2026 in Winterthur», meinte Hess. In diesem Endspiel treffen die St.Gallerinnen auf den aktuellen Meisterschaftsleader GC Amicitia Zürich, der seinen Halbfinal gegen die Spono Eagles mit 27:20 zu seinen Gunsten entschieden hat.
Ein zufriedener Präsident
An den Final dachte nach dem Halbfinal auch schon der Präsident des LC Brühl Handball, Chris Löhrer. «Aus Vereinssicht ist es sicher richtig, dass unser erstes Team den Final erreicht hat. Mein Kompliment gilt aber vor allem unserem aus zahlreichen U-18-Elitespielerinnen bestehenden NLB-Team. Eine gewisse Nervosität war anfänglich bei allen auszumachen. Erfreut und überrascht war ich angesichts der Ferienzeit vom Zuschauerinteresse.» Die 600 Besucherinnen und Besucher stimmten auch den LCB-Geschäftsführer Joël Wachter positiv. «Unser Verein hat 350 Mitglieder – davon 220 im Nachwuchsbereich und 50 Aktive. Sie alle haben dazu beigetragen, dass wir einen Cup Halbfinal schon fast ein wenig als familiären Vereinsanlass erleben durften. Das Resultat war am Ende eher nebensächlich.»
LC Brühl «2» (NLB) – LC Brühl «1» (NLA) 18:33 (9:14)
Kreuzbleiche – 600 Zuschauer – Sr.: Odermatt/Rachad.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen LC Brühl «2» und 3-mal 2 Minuten gegen den LC Brühl «2».
LC Brühl «2»: A.Schildknecht (8 Paraden)/J.Schildknecht (0 P.)/E.Lichtensteiger (5 P.); M.Lichtensteiger, Rhyner (1), Kobler (1), Rütsche (1), Rigatti (5), Stojkovic (1), Schaub, Maahsen, Hofstetter (6/3), Schmid, Schneider (1), Usik (2).
LC Brühl «1»: Kothen (8 Paraden)/Schäfer (2 P.); Kernatsch, Baljak (4), Simova (4), Ackermann, Altherr (3), Truchot (3/1), Coker (3), Schnider, Mosimann (2/1), Eugster (4), Hess (7), Arpagaus (3).
Bemerkungen. LCB 2» ohne die verletzten Bommer, Krämer und Knüsel. LCB «1» ohne die verletzten Kaufmann, Kikanovic, Lauper und Lüscher. Verhältnis vergebener Penaltys 0:2.
Foto: Balthasar Dörig
