St.Galler Nationalliga A-Handballerinnen gewinnen das zweite Spiel der Playoff-Finalserie gegen GC Amicitia Zürich nach Verlängerung 27:26
Bericht: Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Bild: Balthasar Dörig
Kampf, Spannung, Hektik, Emotionen, Intensität, Standing Ovations in den Schlussminuten der 1221 Zuschauerinnen und Zuschauer, verbunden mit dem 27:26-Heimsieg nach Verlängerung des LC Brühl gegen GC Amicitia Zürich. Das zweite Spiel der Playoff-Finalserie nach dem Modus Best-of-Five bot alles, was das Herz von Sportbegeisterten höherschlagen lässt, und war beste Propaganda für den Frauenhandball. Nach der 26:27-Auswärtsniederlage in der ersten Partie – damals nach 60 Minuten – steht es in der Serie 1:1. Am Samstag kommt es in Zürich zum dritten Finalvergleich der beiden besten Teams der Saison. Es dürfte die Vorentscheidung um den Titel sein, denn die Siegerinnen haben danach zwei Matchbälle. «Wir wollten den Sieg in Spiel zwei. Wir wollen den Sieg in den nächsten beiden Partien. Wir wollen den 35. Meistertitel», gibt die St.Galler Captain Mirjam Ackermann die Richtung vor.
Zwei Teams auf Augenhöhe
Das Erreichen des Ziels des Rekordmeisters wird allerdings ein hartes Unterfangen werden. Auch im zweiten Spiel vor begeisterter Kulisse begegneten sich zwei Teams auf Augenhöhe. Während der 70 Spielminuten gelang es keiner Equipe auch nur ein einziges Mal mit mehr als zwei Toren die Führung für sich zu beanspruchen. «Es war wieder der erwartet enge Spielverlauf mit beidseitiger Playoff-Härte», stellte Ackermann fest. Die angesprochene Härte wurde von beiden Teams von Beginn weg praktiziert. Der LC Brühl agierte mit einer sehr offensiv ausgerichteten Verteidigungsarbeit. Das Heimteam versuchte damit den Spielfluss der Gegnerinnen zu unterbinden. Der Zürcher Trainer Kent Ballegaard war darauf offensichtlich vorbereitet und beorderte schon nach wenigen Minuten im Angriff seine Torhüterin jeweils auf die Bank, um sie durch eine siebte Feldspielerin zu ersetzen. Überraschend kam dies für die Gastgeberinnen nicht. «Wir leisteten auch gegen sieben Feldspielerinnen gute Abwehrarbeit. Eher negativ vielen phasenweise unsere Offensivaktionen aus. Unsere Fehlerzahl war zu hoch», stellte Dimitra Hess fest.
Entscheidende Torhüterinnen-Leistungen
Lobende Worte fand die linke Flügelspielerin für ihre beiden Torfrauen. Norah Kothen zeigte bis zur 48. Minute zum Teil ausgezeichnete Abwehraktionen. Als sie dann auf das Spiel nicht mehr den richtigen Zugriff hatte, fand sie in Sladana Dokovic eine mehr als würdige Nachfolgerin. Die Altmeisterin überzeugte in der Schlussphase der regulären Spielzeit und in der Verlängerung mit Können und Emotionen wie zu ihren besten Zeiten. Ihre Leistung war ein wichtiger Faktor zum Sieg. Dies sah auch die Altmeisterin bei den Zürcherinnen so. «Die Leistungen der Torhüterinnen waren entscheidend. Wir haben das Duell der Torhüterinnen und damit auch das Spiel verloren», stellte Kerstin Kündig, die zum Saisonende ihren Rücktritt erklärt hat, fest. Sie merkte aber auch noch an, dass ihr Team zum Teil zu ängstlich agiert habe und das wahre Können nicht abgerufen habe. Da dachte sie wohl auch an die Schlussminuten der regulären Spielzeit, als eine 21:19-Führung nicht zum Sieg verwaltet werden konnte oder an den letzten Abschluss in der Verlängerung, als der Ball von Sladana Dokovic an die Latte gelenkt wurde und so die Niederlage der Zürcherinnen Tatsache war.
LC Brühl – GC Amicitia Zürich 27:26 (11:10/22:22/25:24)
Kreuzbleiche – 1221 Zuschauer – Sr.: H. Albert Gallardo/O. Albert Gallardo.
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen den LC Brühl (inklusive Disqualifikation für 3 x 2 Min. von Ackermann in der 56. Minute) und 3-mal 2 Minuten gegen GC Amicitia.
LC Brühl: Kothen (14 Paraden)/Dokovic (5 P.)/Schäfer (nicht eingesetzt); Kernatsch (3), Baljak (6), Ackermann ()1, Altherr (8/3), Truchot, Coker, Schnider (1), Mosimann, Lüscher (3), Eugster (2), Usik, Hess (2), Arpagaus (1).
GC Amicitia Zürich: Kuratli (15 Paraden)/Krüger (0 P.); Bopp, Wick, Aellen (7/3), K. Erni (1), Winterberg (5), Kündig (3), Schmid (3), D Ambrosio (1), J. Erni, Schärer (6), Schläpfer.
Bemerkungen: Verhältnis vergebener Penaltys 1:0. LC Brühl ohne Simova, Kikanovic, Lauper und Kaufmann (alle verletzt).
