Zwei Master-Coaches für ein Team

Die beiden Trainer der Handballerinnen des LC Brühl, Raphael Kramer und Goran Aleksić, haben das weltweit höchstmögliche Diplom erlangt.

Bericht und Foto: Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt

Die Nationalliga A-Handballerinnen des LC Brühl empfangen am Samstag (Spielbeginn 17.30 Uhr) im Spitzenspiel der Runde als Tabellendritter den Zweiten Yellow Winterthur. Für die Vorbereitung auf die Partie und das Coaching werden – wie seit zwei Jahren üblich – Raphael Kramer als Cheftrainer und sein Co- und Torhütertrainer Goran Aleksić verantwortlich sein. Die beiden überzeugen bei ihrer Arbeit mit viel Fachkompetenz. Der 33jährige Flawiler Kramer wurde schon mit 26 Jahren als jüngster A-Lizenztrainer der Schweiz diplomiert. Der zehn Jahre ältere Bregenzer Aleksić baut neben Trainerausbildungen auch auf seine grosse Erfahrung, die er während mehr als 20 Jahren als Handballprofitorhüter in verschiedenen Spitzenmannschaften und als österreichischer Internationaler sammeln konnte. Doch die beiden ruhen nicht auf ihrem bestehenden Wissen und Können aus. «Ich bin wissbegierig, um besser zu werden. Es geht nicht um Lizenzen, sondern um Ausbildung», sagt Raphael Kramer. Er spricht damit die Ausbildung zum EHF Master Coach der Europäischen Handballföderation (EHF) an, die er zum Ende des vergangenen Jahres abgeschlossen hat. Der Oberstufenlehrer in Oberbüren hat damit die höchste Stufe der Trainerausbildung erreicht. Die Ausbildung und das Diplom zum EHF Master Coach beinhalten auch die EHF Pro Lizenz, welche bei Spielen in EHF-Wettbewerben als Coaching-Berechtigung nachgewiesen werden muss. Die gesamte Ausbildungsdauer von April bis Dezember 2025 belief sich auf rund 200 Stunden. Dazu kam noch das Verfassen einer Master Thesis.

Auch Andy Schmid wurde diplomiert

Aus der Schweiz wurden neben Kramer auch noch der Schweizer Nationaltrainer Andy Schmid, der Wacker Thun Trainer Remo Badertscher und Sascha Schönholzer von GC Amicitia Zürich diplomiert. «Nicht nur wegen der Teilnehmer, sondern auch wegen der Referenten wie etwa Filip Jicha von THW Kiel, Gudjon Value Sigurdsson vom VfL Gummersbach oder Mattias Andersson vom Deutschen Nationalteam war das Niveau der Ausbildung auf einem sehr hohen Level. Der Austausch unter den Absolventen aus ganz Europa und den Referenten ergab ein Netzwerk erster Güte», schwärmt der Brühler Trainer. Die Ausbildung ermöglicht ihm auch Trainerjobs auf internationaler Ebene. «So weit in die Zukunft will ich aber nicht denken. Mein Traum ist es, mit dem LCB international so weit zu kommen, dass meine EHF Pro Lizenz benötigt wird. Ich bin von unserem Weg überzeugt. Ein wichtiger Begleiter ist für mich dabei Goran Aleksić. Wir arbeiten mit viel gegenseitigem Vertrauen in harmonischer Art und Weise zusammen.»

Die Faszination der Torhüterposition

Der Co- und Torhütertrainer empfindet die Zusammenarbeit mit seinem Cheftrainer gleichermassen positiv. «Ich kann in meinem Bereich aufgrund des gegenseitigen Vertrauens eigenständig arbeiten. Wir tauschen uns regelmässig aus, ohne dass wir immer die gleiche Meinung haben müssen», sagt Aleksić, der nicht nur beim LC Brühl Torwarttrainer ist, sondern auch noch beim B-Ligisten SV Fides und bei den Schweizer Juniorinnen-Nationalteams U20 und U23. Dass der 203 cm grosse gebürtige Serbe, der 2009 zu Bregenz und damit nach Österreich kam, zu einem akribisch und kompetent arbeitenden Torhütertrainer wurde, liegt in der selbst erlebten Faszination der Torhüterposition. «Schon als Junior hütete ich das Tor. Es ist das Besondere, in einem Team für seine Leistung die Verantwortung selbst tragen zu müssen. Am Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ist man trotz einer gewissen Unterstützung der Feldspieler am Ende ganz allein beteiligt. Im Endeffekt ist man selbst dafür zuständig, ob der Ball ins Tor geht oder nicht.» Dies alles waren für Goran Aleksić – dessen Frau auch Handballerin war und dessen beide Kinder auch dem Sport ihres Vaters frönen – Motivationsgründe, um die EHF Goalkeeper Spezialtrainer-Ausbildung und auch jene des Deutschen Handballbundes zu absolvieren. Damit schloss er die höchstmöglichen Stufen erfolgreich ab. «Der Handball verändert sich ständig, weshalb es entscheidend ist, die aktuellen Entwicklungen im Blick zu behalten. Torhüter sind dabei sehr wichtig. Ihre Ausbildung erfordert Spezialwissen», sagt der Fachmann und denkt dabei an die Positionierung, Koordination, das Lesen von Wurfrichtungen, die Entscheidungsfindung im Umschaltspiel oder die Zusammenarbeit mit der Abwehr.

LC Brühl Handball

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