Den Brühler Handballerinnen misslingt mit dem 25:32 die Revanche gegen Yellow Winterthur
Bericht: Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Fotos: Balthasar Dörig
In der Vorrunde hat der LC Brühl in der Nationalliga A der Handballerinnen auswärts bei Yellow Winterthur knapp 30:32 verloren und damit die zweite Saisonniederlage hinnehmen müssen. Bis zum zweiten Vergleich mit den Zürcherinnen haben die St.Gallerinnen nicht mehr verloren. Diese Serie fortzusetzen war das erklärte Ziel in der Partie gegen den Tabellenzweiten. Damit sollte auch Revanche für die Niederlage genommen werden. Doch aus dem Ansinnen wurde nichts. Das Team von Raphael Kramer verlor diskussionslos 25:32 und bezog damit die dritte Saisonniederlage. Der Trainer fand nach dem Spiel klare Worte zur Leistung seiner Spielerinnen. «Unsere Leistung entsprach nicht dem, was wir uns vorgenommen hatten. Es fehlte am Charakter, es fehlte die Disziplin, es fehlte die Bereitschaft und es fehlte die Körperlichkeit.» Damit gab er den Eindruck wider, den die grünweisse Equipe während der gesamten Spieldauer vermittelt hatte. Da war nicht ein geschlossenes Kollektiv am Werk, das um jeden Preis den Sieg wollte. Die Einsatzbereitschaft und der Kampf liessen in gleichem Masse Wünsche offen, wie dies die Konzentration tat.
20 Fehlwürfe und 12 Fehler
War die 1. Halbzeit mit wechselnden Führung resultatmässig noch mehr oder weniger ausgeglichen, so änderte sich dies nach der Pause. Yellow baute seinen 16:15-Vorsprung schnell auf drei Tore aus, ging mit einem Fünftorepolster in die Schlussviertelstunde und verwaltete diese Differenz ohne grössere Probleme bis zum Ende. Dies gelang ohne eine überzeugende Leistung abrufen zu müssen, denn ein Aufbäumen der Gegnerinnen zeichnete sich nie ab. Die kämpferische Einstellung dazu fehlte. Auch mental wurde das erforderliche Niveau nicht erreicht. Die Fehlerquote (12 unerzwungene Ballverluste) war zu gross. Sie ermöglichte es den Winterthurerinnen mit Gegenstössen immer wieder zu einfachen Treffern zu kommen. Knapp ein Drittel ihrer Tore fiel derart. Gleichermassen mangelhaft war die Wurfausbeute der Gastgeberinnen. 20 Fehlwürfe – deren fünf an die Torumrandung – ergaben eine schlechte Wurfquote von nur 56 Prozent. Da passte schlichtweg zu viel nicht zusammen, was für einen Punktgewinn hätte zusammenpassen müssen. Es wurde damit auch die Möglichkeit vergeben, allenfalls Yellow noch vom 2. Platz verdrängen zu können. Da der LCB als Dritter auf den Vierten Zug drei Punkte Vorsprung hat, wird er die Hauptrunde wohl auf dem aktuellen Tabellenrang beenden. Ob dieser Gedanke und die damit verbundene Folgerung, dass die Klassierung nach der Hauptrunde für die Finalrunde und die allfälligen Playoff-Spiele bedeutungslos ist, in den Köpfen der Spielerinnen war, bleibe dahingestellt. In den letzten beiden Spielen der Hauptrunde treffen die Brühlerinnen am kommenden Sonntag auswärts auf die Spono Eagles und am Mittwoch darauf empfangen sie zu Hause den DHB Rotweiss Thun.
Telegramm Handball Frauen
LC Brühl – Yellow Winterthur 25:32 (15:16)
Kreuzbleiche – 500 Zuschauer – Sr.: Abalo/Maurer.
Strafen: Gegen beide Teams je 4-mal 2 Minuten.
LC Brühl: Kothen (11 Paraden), Schäfer (nicht eingesetzt); Kernatsch (2), Baljak (7/3), Simova, Ackermann (2), Altherr (4), Truchot, Coker (2), Schnider (2), Mosimann, Lüscher (2), Eugster (1), Hess (2), Arpagaus (1), Kerestély.
Yellow Winterthur: Stüdemann von Ehrenstein (0 Paraden)/Chappuis (12 P. und 1 Tor); Vasic (5), Dvorak (3), Skoricova, Oliveira de Almeida (8), Barancova (3), Heer (2), Osterwalder, Drent (4/3), Mössner, Dübendorfer, Abramowicz (6).
Bemerkungen: Verhältnis vergebener Penaltys 0:0. LC Brühl ohne die verletzten Lauper, Kikanovic und Kaufmann. Stéphanie Lüscher und Stefanie Eugster vor dem Spiel für 200 Partien in der höchsten Liga geehrt.





