Text: Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Bild: Baltashar Dörig
Der LC Brühl steht am Samstag (15.00 Uhr) in Zürich vor einer fast unlösbaren Aufgabe. Im Rückspiel der zweiten Qualifikations-Runde zur EHF European League Gruppenphase gegen GC Amicitia Zürich versuchen die St.Gallerinnen die bittere 23:36-Heimniederlage des Hinspiels vom vergangenen Samstag wettzumachen, um doch noch die dritte Qualifikations-Runde mit dem Gegner HC Lokomotiva Zagreb aus Kroatien zu erreichen. «Im Sport und damit auch im Handball geschehen immer wieder scheinbar unmögliche Ereignisse. Wenn die Zürcherinnen gegen uns mit 13 Toren Unterschied gewonnen haben, warum sollen wir gegen sie nicht mit 14 Toren Differenz gewinnen?» fragt sich Brühls Linksaussen Dimitra Hess. Als Begründung ihrer Hoffnungen meint die 25jährige, die auch schon 25 Länderspiele bestritten hat, dass das Team im ersten Spiel einstellungsmässig nicht bereit gewesen sei. «Jetzt aber ist dies anders. Jede einzelne von uns ist für einen bedingungslosen Kampf motiviert.» Dem pflichtet auch die sechsfache Torschützin aus dem Hinspiel, Louise Truchot bei. «Die Analysen der Niederlage sind gemacht. Jetzt ist alles möglich und nichts ist unmöglich.» Dem Ansinnen der St.Gallerinnen nicht viel abgewinnen kann verständlicherweise die gegnerische Seite. So sagt die Zürcher Spielmacherin und 104fache Internationale Kerstin Kündig: «Wir haben uns im Hinspiel eine sehr gute Ausgangslage geschaffen. Damit ist der erste Schritt in die nächste Runde vollzogen.» Wichtig für GC Amicitia ist auch, dass im zweithöchsten europäischen Clubwettbewerb nach Verletzungen Torhüterin Sereina Kuratli, sowie die Feldspielerinnen Mailee Winterberg und Kim Erni wieder einsatzfähig sind. Auch deshalb meint Trainer Kent Ballegaard: «Unsere Erwartungen und Ambitionen sind klar. Wir wollen die nächste Qualifikationsrunde erreichen. Die Europa League bietet Spiele auf höchstem Niveau, und davon möchten wir so viele wie möglich erleben.» Doch Gleiches gilt auch für den LC Brühl. Das Gastspiel des Rekordmeisters im internationalen Bereich soll nicht schon nach zwei Partien ein Ende haben. Immerhin konnte unter der Woche mit dem 29:25-Erfolg in der NLA-Meisterschaft gegen den HV Herzogenbuchsee noch Moral gewonnen werden.
