St.Galler Nationalliga A-Handballerinnen verlieren bei GC Amicitia Zürich das dritte Playoff-Finalspiel deutlich mit 24:32
Bericht: Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Foto: Balthasar Dörig
Nach je einem 27:26-Sieg in den ersten beiden Partien der Playoff-Finalserie nach dem Modus Best-of-Five im Frauenhandball zwischen dem Cupsieger GC Amicitia Zürich und dem Titelverteidiger LC Brühl war der dritte Vergleich eine klare Angelegenheit zu Gunsten der Zürcherinnen. Sie waren ganz einfach das bessere Team und verdienten sich ihren 32:24-Sieg ohne Wenn und Aber. In der Startphase fanden die St.Gallerinnen besser und schneller zu ihrem gewünschten Spiel. 5:3 führten sie in der achten Minute. Doch erfreuen konnten sie sich ihrer Besserstellung nur ganz kurz. Das Heimteam erzielte innerhalb von vier Minuten vier Tore in Folge und lag damit 7:5 vorne. Im weiteren Spielverlauf gab GC Amicitia seine Führung nie mehr ab. Dem LC Brühl gelang es in der 1. Halbzeit wohl noch viermal den Anschlusstreffer zu erzwingen, doch der Ausgleich blieb verwehrt.
Mutloser Auftritt nach der Pause
Nach dem 16:14 zur Pause zeigte das Gastteam in der 2. Halbzeit kurzfristig die angestrebte Reaktion. Doch der Anschlusstreffer zum 19:18 von Torhüterin Sladana Dokovic ins leere gegnerische Tor war nicht der erhoffte Impuls, der dem Team hätte einen Ruck verpassen können. Fünf Treffer der Zürcherinnen in Folge von der 36. bis 41. Minute führten dazu, dass in der Playoff-Finalserie erstmals eine Equipe mit mehr als drei Toren Diffedrenz in Führung lag. Eine Vorentscheidung zu Gunsten der Gastgeberinnen war gefallen. Die Brühlerinnen wirkten mutlos, hilflos und fielen als Team immer mehr auseinander. GC Amicitia dagegen spielte seinen Gameplan stilsicher zu Ende. Während der gesamten Spielzeit war es die Taktik von Trainer Kent Ballegaard gewesen in der Offensive seine Torhüterin aus dem Spiel zu nehmen und sie durch eine siebte Feldspielerin zu ersetzen. Da diese Taktik schon mehrfach praktiziert wurde, war der LC Brühl darauf wohl vorbereitet, doch nicht auf die Art und Weise wie diese Überzahl gespielt wurde. Der ehemalige dänische Spitzenhandballer Kent Ballegaard, der seit der Saison 2021/22 Cheftrainer der Zürcherinnen ist, hatte wieder tief in seine Trickkiste gegriffen. Er liess seine Linkshänderinnen nicht auf der rechten Angriffsseite spielen, sondern entgegen sonstigen Gepflogenheiten auf der linken Seite. Unter der Führung seiner Regisseurin Kerstin Kündig wurde die St.Galler Abwehr damit überfordert. Nicht überfordert war dagegen die Defensive der Zürcherinnen von der Offensive der St.Gallerinnen. In Ermangelung von Abschlüssen aus der zweiten Reihe agierte GC Amicitia kompakt. Dazu kam, dass sich Torhüterin Seraina Kuratli nach der Pause deutlich zu steigern wusste und ihrem Team mit einer Abwehrquote von 42 Prozent zu einem sicheren Rückhalt wurde.
Das vierte Spiel der Playoff-Finalserie ist auf den kommenden Donnerstag in St.Gallen angesetzt. Wollen die Brühlerinnen die Serie auf 2:2 stellen und ihre Hoffnungen auf den 35. Meistertitel weiterleben lassen, hat das Trainerteam um Raphael Kramer zusammen mit den Spielerinnen viele Hausaufgaben zu erledigen.
Handball Frauen NLA – Dritter Playoff-Final der Serie Best-of-Five
GC Amicitia Zürich – LC Brühl 32:24 (16:14)
Saalsporthalle – 615 Zuschauer – Sr.: Brunner/Salah.
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen GC Amicitia und 4-mal 2 Minuten gegen den LC Brühl.
GC Amicitia Zürich: Kuratli (12 Paraden)/Krüger (1 P.); Bopp (4), Wick, Aellen (9/5), K. Erni, Winterberg (6), Kündig (2), Schmid (6), D Ambrosio (1), J. Erni (2), Schärer (2), Schläpfer.
LC Brühl: Kothen (8 Paraden und 1 Tor)/Dokovic (4 P. und 1 Tor)/Schäfer (0 P.); Kernatsch (5), Baljak (4), Ackermann (1), Altherr (5/4), Truchot, Coker, Schnider (4), Mosimann, Lüscher (1), Eugster, Usik, Hess (2), Arpagaus.
Bemerkungen: Verhältnis vergebener Penaltys 3:2. LC Brühl ohne Simova, Kikanovic, Lauper und Kaufmann (alle verletzt).
