St.Galler Nationalliga A-Handballerinnen verlieren bei GC Amicitia Zürich das erste Spiel der Playoff-Finalserie 26:27.
Bericht: Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Bild: Benjamin Faes Photography
Die erste Partie der Playoff-Finalserie nach dem Modus Best-of-Five im Frauenhandball zwischen dem Cupsieger GC Amicitia Zürich und dem Titelverteidiger LC Brühl verlief so, wie dies erwartet worden war. Es standen sich zwei Teams auf Augenhöhe gegenüber. Am Ende waren es Kleinigkeiten, die über Sieg und Niederlage entschieden. Dementsprechend knapp fiel mit dem 27:26-Heimsieg der Zürcherinnen das Schlussergebnis aus. Dass es nicht zur Verlängerung kam, war auch einer Kleinigkeit geschuldet. Die St.Gallerinnen erhielten vier Sekunden vor Spielende noch einen Freiwurf zugesprochen. Nach einem Zuspiel von Mirjam Ackermann auf Malin Altherr zielte diese um wenige Zentimeter über das Tor. Die Schlusssirene ertönte, die Zürcherinnen jubelten und es stand in der Serie 1:0 zu ihren Gunsten. Die zweite Partie findet am kommenden Mittwoch mit Spielbeginn um 19.15 Uhr in der St.Galler Sporthalle Kreuzbleiche statt.
Brühl nur viermal in Führung
Auch dann wird wieder ein enger Spielverlauf zu erwarten sein, wie dies in Spiel eins der Fall war. Wohl führte GC Amicitia mehrheitlich, doch überlegen agierte das Heimteam trotz der Tatsache nicht, dass das Gästeteam nur viermal in der Startviertelstunde und während genau 290 Sekunden die Führung für sich in Anspruch nehmen konnte. Die Zürcherinnen schafften es aber auch nie, ihren Vorsprung auf mehr als drei Tore zu vergrössern. Die St.Gallerinnen erzielten immer wieder den Anschlusstreffer oder gar den Ausgleich. Der Führungstreffer jedoch blieb ihnen trotz guter Abschlussmöglichkeiten verwehrt. Dies lag zum einen an der zupackenden Abwehrarbeit ihrer Gegnerinnen, aber auch an eigenem Unvermögen. Aus dem Rückraum wurde zu wenig Druck auf die Schnittstellen in der taktisch gut vorbereiteten gegnerischen Defensiv erzeugt. Die Laufwege führten oft nicht in die Tiefe, sondern in die Quere oder wie es Trainer Raphael Kramer formulierte: «Zu zahlreich spielten wir Alibiabläufe ohne Risikobereitschaft. Einzelne Spielerinnen übernahmen zu wenig Verantwortung.» Dass Brühl ohne grosses Risiko agierte zeigt auch die Fehlerstatistik. In der 1. Halbzeit war kein einziger Fehler zu verzeichnen, in der Zweiten waren es nur deren drei. Diese Zahlen an unerzwungenen Ballverlusten wären an sich ausgezeichnet, doch lassen sie auch die bemängelte Risikobereitschaft erkennen.
Sladana Dokovic schon wieder ein Rückhalt
Defensiv fiel die Leistung des Rekordmeisters mit den 27 Gegentreffern im Rahmen der bisherigen Direktbegegnungen aus. Mängel gab es ab und zu im Rückzugsverhalten und den Absprachen bezüglich der Kompaktheit. Dass der Vorsprung des Heimteams nie vorentscheidend wurde, war auch ein Verdienst von Sladana Dokovic. Nach 20 Minuten löste sie die eher glücklos agierende Norah Kothen im Tor ab. «Es war schon ein spezielles Gefühl und ich hatte wohl gewisse Anlaufschwierigkeiten, aber dann fühlte es sich recht gut an», sagte die 30jährige, die vor einem Jahr ihren Rücktritt erklärt hatte und nun in den Playoff ein Comeback gibt.
Handball Frauen NLA – Erster Playoff-Final der Serie Best-of-Five
GC Amicitia Zürich – LC Brühl 27:26 (15:14)
Saalsporthalle – 450 Zuschauer – Sr.: Spengler/Woschitz.
Strafen: 0-mal 2 Minuten gegen GC Amicitia und 2-mal 2 Minuten gegen den LC Brühl.
GC Amicitia Zürich: Kuratli (9 Paraden)/Krüger (1 P.); Bopp (3), Wick, Aellen (11/6), K. Erni, Winterberg (5), Kündig (2), Schmid (1), D Ambrosio, J. Erni (2), Schärer (2), Schläpfer (1).
LC Brühl: Kothen (1 Parade)/Dokovic (8 P.)/Schäfer (nicht eingesetzt); Kernatsch (3), Baljak (2), Ackermann (3), Altherr (8/6), Truchot, Coker, Schnider, Mosimann (1), Lüscher, Eugster (1), Usik, Hess (6), Arpagaus (2).
Bemerkungen: Verhältnis vergebener Penaltys 0:1. LC Brühl ohne Simova, Kikanovic, Lauper und Kaufmann (alle verletzt).
