Mirjam Ackermann will mit den Handballerinnen des LC Brühl am Sonntag gegen GC Amicitia den 13. Cupsieg für die St.Gallerinnen
Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Bild; Balthasar Dörig
Am Sonntag fällt im Handball die erste nationale Entscheidung des Jahres 2026. Im Cup der Frauen steht in Winterthur der Final (Spielbeginn 16.45 Uhr) an. Qualifiziert haben sich der LC Brühl und GC Amicitia. Damit ist gegeben, dass es keine Titelverteidigung für eines der beiden Teams gibt, denn vor einem Jahr sicherten sich die Spono Eagles mit einem 24:23 gegen den LK Zug die Goldmedaille. Der Weg in den Final war für die St.Gallerinnen weit einfacher als jener der Zürcherinnen. Der LC Brühl setzte sich gegen zwei Erstligisten (KTV Wil und SG Muotathal/Mythen Shooters) sowie das eigene NLB-Team durch. GC Amicitia trat zuerst gegen den Erstligisten HV Olten an und musste sich danach gegen die A-Ligakonkurrenten Yellow Winterthur und Spono Eagles bewähren. Nicht nur deswegen ist die Equipe des dänischen Trainers Kent Ballegaard für den Final in der Favoritenrolle. In der NLA-Meisterschaft musste GC Amicitia als Ranglistenerster in den bisherigen 16 Partien mit dem 26:29 Anfang November 2025 gegen den LC Brühl erst eine einzige Niederlage verarbeiten. Die Brühlerinnen als Dritte der Rangliste verloren dreimal.
Statistik spricht für den Rekordmeister
Eine Umfrage unter den NLA-Vereinen hat als klaren Favoriten auf Meisterschaft und Cup die Zürcherinnen ergeben. Nimmt man die Statistiken seit der Einführung des Cup-Wettbewerbs im Jahre 2000 (erster Cupsieger wurde St.Otmar) zur Hand, so ergibt sich ein Bild, das deutlich für die St.Gallerinnen spricht. Sie qualifizierten sich (dieses Jahr eingerechnet) bereits 15-mal für den Final und entschieden diesen 12-mal zu ihren Gunsten. Sucht man GC Amicitia in der Liste der Siegerinnen, so wird man nicht fündig. Seit der Fusion von ZMC Amicitia und den Grasshoppers im Sommer 2010 gab es weder im Cup noch in der Meisterschaft einen Titel. Vor dem Zusammengehen der beiden Vereine gewann Amicitia 2004 den Schweizermeistertitel und ein Jahr später den Cup. Doch die Historie zählt bekanntlich in der sportlichen Gegenwart kaum noch etwas. Will der 34-fache Rekordmeister aus St.Gallen seinen 13. Cupsieg, so zählt der aktuelle Formstand.
Ansteigende Formkurve
Das weiss auch Mirjam Ackermann. Sie ist seit dieser Saison Captain der Brühlerinnen. Seit dem Jahr 2020 spielt sie im NLA-Kader, gar seit 2010 ist sie im Verein aktiv. 380 Partien (davon 144 in der NLA) hat sie im grünweissen Tenü bestritten. Dreimal (in Serie) wurde die Kreisläuferin und Abwehrchefin Schweizermeister, dreimal gewann sie den Supercup und zweimal wurde sie Cupsiegerin. Etwas blieb der 28jährigen bisher verwehrt. Noch nie durfte sie als Captain einen Pokal übernehmen. «Dies soll sich am Sonntag ändern. Unsere Formkurve zeigt nach oben. Wir haben ein breites Kader, verfügen über viel Erfahrung und können uns auf eine stabile Abwehr verlassen.» In der Defensive ist die 169 cm grosse Aggressiv-Leaderin mit dem grossen Kämpferherzen eine zentrale Akteurin. Doch nicht nur auf dem Spielfeld hat sie Führungsqualitäten, sondern ganz allgemein. «Als Captain will ich vorangehen, Vorbild sein und Verantwortung übernehmen», sagt Ackermann, die beim LCB noch einen Vertrag bis 2027 besitzt. Das Finalspiel gegen GC Amicitia mit der aktuellen Ligatopskorerin Leonie Aellen (125 Tore) und der nach 15 Jahren vor zwei Wochen aus dem Nationalteam zurückgetreten Kerstin Kündig als Schlüsselspielerinnen, sieht sie als eine Herausforderung, denn die Zürcherinnen hätten in der Meisterschaft bewiesen, dass sie ein Anwärter auf Titel seien. «Doch dies sind wir auch», will sie noch festgehalten haben.
