Stadtwerk Cup 2025: Nicht durchwegs unterlegen, aber trotzdem sieglos
Die Handballerinnen des LC Brühl verlieren beim Stadtwerk Cup alle drei Spiele, währenddem Turniersieger Podravka alle drei Partien gewinnt
Text Fritz Bischoff, Fotos Balthasar Dörig
Auch die 39. Auflage des Stadtwerk Cup der Handballerinnen bot attraktiven Sport und hatte in HC Podravka Vegeta seinen verdienten Sieger. Die Kroatinnen wussten mit ihrem zielstrebigen und variantenreichen Spiel zu gefallen. Leistungsmässig nur wenig stand ihnen der Turnierzweite JDA Bourgogne Dijon nach. Er verlor den Direktvergleich 37:39. Die Französinnen prägten ihre Aktionen durch eine athletische Spielweise. Insbesondere im letzten Spiel gegen den LC Brühl fielen sie auch durch eine eher harte Gangart auf. Damit überforderten sie bei ihrem 31:20-Sieg die St.Gallerinnen kräfte- und kadermässig. Für die Gastgeberinnen blieb nach drei Niederlagen der letzte Platz. Das verletzungsbedingte Fehlen von neun Kaderspielerinnen zeigte seine negativen Auswirkungen. Es war nicht nur ein Mangel an sportlicher Potenz, der zu den Niederlagen führte. Weit mehr fehlten den verbliebenen St.Gallerinnen ganz einfach die Kraftreserven, um auf hohem Niveau bestehen zu können. In allen drei Begegnungen gab es Phasen, in denen sie ihren Gegnerinnen ebenbürtig waren. Doch je länger die Spiele jeweils dauerten, desto deutlicher zeichneten sich die Niederlagen ab.
Ein neue Regisseurin
Im Vergleich zur vergangenen Saison mit dem Gewinn des 34. Meistertitels der Brühlerinnen liessen sich beim dreitägigen Turnier verschiedene Kadermutationen einschätzen. Von zentraler Bedeutung ist die Position im mittleren Rückraum. Diese füllte und prägte in den vergangenen vier Jahren Laurentia Wolff. Die Regisseurin und Topskorerin wechselte auf die neue Meisterschaft zum deutschen Bundesligisten VfL Oldenburg. Brühls Trainer Raphael Kramer musste die Position neu besetzen. Schon in der vergangen Saison gewährte er Leonie Arpagaus im Wechsel mit Wolff Einsatzzeiten. Nun ist die 20jährige, die beim LCB alle Nachwuchsstufen durchlaufen hat, zur Stammspielerin geworden. «Ich spüre das Vertrauen des Trainers und meiner Mitspielerinnen. Sie alle nehmen mich so wie ich bin. Ich fühle mich in meiner neuen Rolle wohl», erklärt die Studentin der Pädagogischen Hochschule in Rorschach. Dass Arpagaus in ihrer neuen Aufgabe angekommen ist, zeigten ihre Leistungen auf. Wirblig, schnell, druckvoll, mit Übersicht ausgestattet, unberechenbar und dazu noch torgefährlich agierte die nur 163 cm grosse Rechtshänderin. Dass sie als Nachfolgerin von Wolff in grosse Fussstapfen treten musste, belastet sie nicht. «Ich konnte in meine Position hinter meiner Vorgängerin hineinwachsen. Wir hatten miteinander einen sehr guten Austausch. Jetzt gebe ich einfach mein Bestes und spiele das, was ich kann. Da nehme ich bei meinen Durchbrüchen auch in Kauf, dass es ab und zu schmerzhaft ist.» Mit ihren insgesamt 14 Turniertoren hat sie aber auch aufzeigen können, dass auch Wurfvarianten aus der Distanz, wie etwa Kernwürfe, zu ihrem Repertoire zählen.
Neue Torhüterinnen mit schwankenden Leistungen
Über beachtliche Möglichkeiten beim Abschluss verfügt auch schon Clairebel Coker. Die 20jährige Rückraumspielerin leistete offensiv wie defensiv ein Mammutpensum und war bei der Personalnot in ihrem jungen Team ein unverzichtbarer Faktor, nicht nur wegen ihrer insgesamt 14 Treffer. Im Defensivbereich interessierten bei ihrem ersten Einsatz besonders die Leistungen der neuen Torhüterinnen. Ihnen kommt die schwierige Aufgabe zu, die Lücke nach den Rücktritten von Manuela Brütsch und Sladana Dokovic zu füllen. «Diese Lücke ist tatsächlich gross. Ich bin mit den Leistungen unserer jungen und lernwilligen Torhüterinnen zufrieden. Es war für sie nicht einfach ins Spiel zu finden», meinet Torhütertrainer Goran Aleksic zu den Leistungen von Norah Kotten, Denise Kaufmann und Jasmina Kikanovic. Er weiss aber auch, dass noch viel Arbeit auf ihn wartet. Trotz der drei Turnierniederlagen sah auch Trainer Raphael Kramer – abgesehen von der langen Verletztenliste – positive Aspekte. «Wir hatten unbestritten fehlerhafte Phasen. Was mir besonders gefallen hat, war die Mentalität und der Kampfeswille unseres Teams. Jetzt ist Erholung mit einer trainingsfreien Woche angesagt.»
Rangliste Stadtwerk Cup
Resultate
JDA Bourgogne Dijon Handball (FRA) – Frisch Auf Göppingen (GER) 38:28
HC Podravka Vegeta (CRO) – LC Brühl Handball (SUI) 33:27
LC Brühl Handball – Göppingen 25:32
Dijon – Podravka 37:39
Göppingen – Podravka 26:28
LC Brühl Handball – Dijon 20:31
Rangliste
- Podravka 3/6
- Dijon 3/4
- Göppingen 3/2
- LC Brühl 3/0

