SPL1: LC Brühl fehlerhaft, ideenlos und hilflos

Die St.Galler Handballerinnen verlieren in der zweiten Qualifikations-Runde zur EHF European League Gruppenphase gegen GC Amicitia Zürich 23:36
Bericht: Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Foto: Balthasar Dörig

Es lief bereits die 15. Minute im Hinspiel in der zweiten Qualifikations-Runde zur EHF European League Gruppenphase zwischen dem LC Brühl und GC Amicitia Zürich, und die St.Gallerinnen hatten immer noch kein Tor erzielt. Die Zürcherinnen führten 7:0. Erst in seinem 15. Angriff glückte dem Heimteam nach zuvor sieben Fehlern und sieben Fehlwürfen durch Mia Kernatsch das erste Tor. Doch mit dem 1:7 nach einem Viertel der Spielzeit standen die Vorzeichen für den Rest der Partie für die Gastgeberinnen denkbar schlecht. «Wir hatten einfach nicht ins Spiel gefunden. Unsere Konzentration war schlecht», fand Luise Truchot im Nachgang. Die 22jährige Westschweizerin war bei einer optimalen Wurfauswertung von 100% mit ihren sechs Toren der einzige Lichtblick im Team von Trainer Raphael Kramer.

19 Angriffe mit einem Fehler

Ansonsten herrschte beim LC Brühl mehrheitlich Tristesse. Das Team als Ganzes – aber auch die einzelnen Spielerinnen – fanden nie nur annähernd zu ihrem gewohnten Leistungsvermögen und bezogen die deutlichste Niederlage, die es je gegen die Zürcherinnen abgesetzt hatte. Das Team von Trainer Kent Ballegaard war in sämtlichen Belangen überlegen und besser. Statistische Werte sind Beleg dafür. Der LC Brühl schloss 19 Angriffe mit einem Fehler ab, GC Amicitia nur deren sieben. Die Wurfeffizienz lag bei 56% : 71%. Dies belegt auch, dass die Gastgeberinnen eine grosse Verunsicherung offenbarten, die es ihrem Gegner leicht machte, sein gewünschtes Spiel zu praktizieren. «Eigentlich sind wir zwei Teams, die leistungsmässig auf Augenhöhe sind. Aber der LC Brühl machte es uns in diesem europäischen Vergleich einfach, von Beginn weg unseren Spielplan durchzuziehen», analysierte Kerstin Kündig. Die Internationale, die auf diese Saison nach Zürich gewechselt hatte, war in ihrem Team die allgegenwärtige Schlüsselspielerin. Im Rückraum agierte sie wechselnd auf allen Positionen, band stets mehrere gegnerische Spielerinnen an sich und eröffnete so ihren Mitspielerinnen gute Abschlussmöglichkeiten, ohne selbst als Torschützin gross auftrumpfen zu müssen.

Von der gegnerischen Taktik überfordert

Ein Hauptgrund für die Entzauberung des Rekordmeisters lag in den taktischen Vorgaben der beiden Trainer. Die offensive Deckungsarbeit mit einer oder zwei vorgezogenen Spielerinnen überforderte die St.Gallerinnen während der gesamten 60 Spielminuten. Auch der Versuch mit sieben Feldspielerinnen griff nur bedingt. Trotz dem Bemühen, Gegensteuer zu geben, konnte der zu Beginn eingehandelte Rückstand nie entscheidend reduziert werden – im Gegenteil, er wuchs bis auf 14 Tote an. Im Rückspiel vom kommenden Samstag wird sich weisen, welche Lehren aus dem Desaster des Hinspiels gezogen wurden. Ein erster Hinweis darauf mag das Meisterschaftsheimspiel vom kommenden Mittwoch gegen Herzogenbuchsee sein.

Telegramm

Handball Frauen EHF European League Gruppenphase

 

LC Brühl – GC Amictia Zürich 23:36 (10:16)
Kreuzbleiche – 500 Zuschauer – Sr.: Hummelgard/Svensson (SWE).

Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen den LC Brühl und 4-mal 2 Minuten gegen GC Amicitia.

LC Brühl: Kothen (10 Paraden), Kikanovic (2 P.); Schneider, Kernatsch (4), Baljak, Ackermann (3), Altherr (2), Truchot (6), Coker (3), Schnider, Mosimann, Lüscher, Eugster (4), Hess, Arpagaus (1).
GC Amicitia Zürich: Kuratli (12 Paraden)/Krüger (nicht eingesetzt)); Aellen (2), K.Erni, Winterberg, Rusert (7), Kündig (4/2), Schmid (2), D Ambrosio, J.Erni (4), Schäfer (8) Schläpfer (9).

Bemerkungen: Verhältnis vergebener Penaltys 1:1. LC Brühl ohne die verletzten Simova, Usik und Kaufmann.

LC Brühl Handball

Adresse  LC Brühl Handball | 9000 St. Gallen
Geschäftsstelle  Andrea Albrecht | info@lcbruehl.ch | T +41 71 280 11 30

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