Mit Ruhe den ersten Leistungstest bestanden
. 
Die Brühler Nationalliga A-Handballerinnen gewinnen das Spitzenspiel in Winterthur gegen Yellow 27:26
Das Aufeinandertreffen von Yellow Winterthur und dem LC Brühl war in der Nationalliga A der Handballerinnen der Vergleich zweier bisher verlustpunktloser Teams. Nach dem Derby und der 26:27-Niederlage der Zürcherinnen gilt die Verlustpunktlosigkeit nur noch für die St.Gallerinnen. Obwohl die Tordifferenz am Ende bei einem Treffer lag, war das Gästeteam über die gesamten 60 Minuten die bessere Equipe. Dies sah auch Trainer Raphael Kramer so. «Spielerisch waren wir meiner Meinung nach besser als es das Resultat widerspiegelt. Wir schaffen es aktuell noch nicht, aus der Überlegenheit den verdienten Lohn zu ziehen. Dazu braucht es noch mehr Überzeugung in den individuellen Aktionen – speziell in den freien Würfen.»
Brühl mehrheitlich in Führung
Dass sich der 34fache Rekordmeister den Sieg verdient hat, zeigt auch der Spielverlauf mit der Torfolge auf. Es dauerte eine Viertelstunde, ehe das Heimteam erstmals beim 8:7 in Führung gehen konnte. Doch der Rückstand des LC Brühl war von kurzer Dauer. Schon 33 Sekunden später stand es 8:8 und nochmals 21 Sekunden später lag die Führung wieder bei den St.Gallerinnen. Erst in den Schussminuten der ersten Hälfte konnte Yellow wieder vorlegen – beim 14:12 erstmals mit zwei Toren. Doch auch dieses Mal war die Besserstellung von kurzer Dauer, denn zur Pause führte wieder der Gast (16:15). Die 2. Halbzeit war ein Spiegelbild der ersten. Es war wieder der LC Brühl der mehrheitlich führte und nur zwischenzeitlich einen maximalen Rückstand von zwei Treffern wieder ausgleichen musste. Nach dem 22:22 in der 51. Minute lag die Führung nie mehr bei den Gastgeberinnen, wogegen die Brühlerinnen in der 57. Minute nach dem fünften Tor von Malin Altherr erstmals mit drei Treffern (27:24) vorlegen konnten. «Wir konnten in dieser Schlussphase des Spiels nochmals so richtig Vollgas geben. Vor allem im individuellen Eins-zu-Eins-Spiel agierten wir stark und bewahrten in den hektischen Phasen auch Ruhe», fand die 58-fache Internationale. Doch geplant war wohl kaum, dass in den drei letzten Minuten kein Tor mehr erzielt werden konnte, wogegen die Gegnerinnen noch zweimal erfolgreich abschlossen. Knapp wurde es auch, weil sowohl Altherr als auch Lauryn Mierzwa je einen Penalty nicht an Micaela Stüdemann von Ehrenstein vorbei ins Tor brachten. «Trotzdem erkämpften wir uns den Sieg. Letztes Jahr hätten wir solche Spiele wie die letzten beiden gegen Herzogenbuchsee und Yellow verloren. Dieses Jahr gewinnen wir sie als Team. Das ist ein toller Fortschritt im Bereich Mentalität, Leadership und Teamspirit», stellte Kramer fest.
Debüt von Jelena Knezevic
Erfreut konnte der LCB-Trainer auch ob des ersten Einsatzes der neuverpflichteten Serbin Jelena Knezevic sein. Es war nicht in erster Linie ihr erstes Tor in der 54. Minute zur 24:23-Führung, das ihre Qualitäten aufzeigte, sondern weit mehr ihre Defensivarbeit, die sie im Abwehrzentrum verrichtete. Da war schon sehr viel Spielverständnis und Übersicht auszumachen. «Jelena hat sich in der Abwehr und im Bereich Mentalität super eingelebt. Darauf lässt sich aufbauen», freute sich Kramer. Freuen konnte er sich auch mehrheitlich über die Leistungen seiner Torhüterinnen. Der mit Spannung erwartete Vergleich der beiden Nationaltorhüterinnen Lea Schüpbach bei Yellow und Claire Hartz bei Brühl war so ausgeglichen wie das ganze Spiel in sich auch. Schüpbach zeigte in der Anfangsphase einige starke Aktionen, doch im weiteren Spielverlauf glichen sich die Leistungen an, so dass die Winterthurerin in der Schlussstatistik auf eine Abwehrquote von 32 Prozent kam und die St.Gallerin auf 29 Prozent.
Telegramm Handball Frauen
Yellow Winterthur – LC Brühl 26:27 (15:16)
Win4 Stratos – 274 Zuschauer – Sr.: Abalo/Maurer.
Strafen: 2- mal 2 Minuten gegen Yellow und 1– mal 2 Minuten gegen den LC Brühl.
Text: Fritz Bischoff
Fotos: Martin Deuring
