Die Brühler Nationalliga A-Handballerinnen starten mit einem 47:23-Heimsieg gegen Rotweiss Thun in die neue Saison.
Bericht: Fritz Bischoff
Bild: Balthasar Dörig
3:0 nach sechs Minuten, 6:1 nach acht Minuten, 10:2 nach einer Viertelstunde. Die Kräfte- und Stärkeverhältnisse im ersten Nationalliga A-Spiel der neuen Handballsaison zwischen dem LC Brühl und Rotweiss Thun waren schnell geklärt. Es war von Beginn weg das Tempospiel der St.Gallerinnen, das die Bernerinnen überforderte. Die Spielerinnen setzten das um, was ihr Trainer Raphael Kramer gefordert hatte. Aus einer agilen Defensivarbeit heraus sollte jeder Angriff mit hoher Intensität in Richtung gegnerisches Tor gestartet werden. Dass am Ende der Rekordwert von 47 Treffern realisiert wurde, liess sich auch statistische belegen. 27 Tore waren das Ergebnis eines Tempogegenstosses. Bei 46 Angriffen stand am Anfang die schnelle Auslösung der Offensivaktion. Dass dies möglich wurde, dafür standen auch die individuellen Leistungen einzelner Spielerinnen.
Eindrückliche Debüts von Hartz und Mierzwa
Wenngleich die Teamleistung als Ganzes beim LC Brühl gegen einen Gegner, der sich die Teilnahme an der Finalrunde zum Ziel gesetzt hat, eindrücklich war, so fielen doch einzelne St.Gallerinnen besonders auf – insbesondere die beiden Neuen – Claire Hartz und Lauryn Mierzwa. Nationaltorhüterin Hartz brillierte mit 16 erfolgreichen Interventionen. «Zu Beginn war ich ziemlich nervös. Doch mit zunehmender Spieldauer legte sich dies. Ich wurde ruhiger. Ich denke, ich habe einen guten Job gemacht und freue mich sehr über unseren Sieg.» Diese Freude war auch bei der 16jährigen Mierzwa unverkennbar. Nach 20 Minuten kam sie ins Spiel, um in den folgenden 25 Minuten neun Tore aus neun Abschlüssen zu erzielen. Sie zeigte, weshalb sie zur Topskorerin der U18-Weltmeister geworden war – schnell, treffsicher und abgeklärt präsentierte sie ihr grosses Potential. Dass sie im nächsten Spiel das Shirt der Topskorerin tragen darf, freute sie zusätzlich. «Das ist absolut cool. Das schnelle Spiel passt auf meine Fähigkeiten. Ich denke, dass unser gesamtes Team grosse Qualitäten bewiesen hat.» Eine dieser Qualitäten spielte auch Captain Mia Kernatsch aus. Sie führte ihr Team defensiv und offensiv wirkungsvoll, suchte selbst den Abschluss, setzte aber auch ihre Mitspielerinnen als Regisseurin gekonnt in Szene.
LC Brühl – DHB Rotweiss Thun 47:23 (19:10)
Kreuzbleiche – 150 Zuschauer – Sr.: Ciraki/Popovic.
Strafen: Je einmal 2 Minuten gegen beide Teams.
LC Brühl: Hartz (16 Paraden)/Kaufmann (0 P.); Mierzwa (9/2), Kernatsch (8), Baljak (6), Ackermann (2), Altherr (3/1), Truchot (1), Coker (5), Schnider (2), Usik (5), Hess (4), Arpagaus (2).
DHB Rotweiss Thun: Kuslys (4 Paraden)/Bieri (3 P.); Wegmüller (1), Moser (2), Fahrni (2), M. Siegenthaler, Brunner (1), Elenousi (3), Michel (2), Allou (1), Künzle (2), Hostettler (3/1), L. Siegenthaler (4), Käslin (2).
Bemerkungen: Verhältnis vergebener Penaltys 0:1. LC Brühl ohne die verletzten Simova, Mosimann, Eugster und Lüscher sowie die erkrankte Kothen.
