St.Galler Nationalliga A-Handballerinnen gewinnen den ersten Playoff-Halbfinal gegen Yellow Winterthur 37:24
Bericht: Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Bilder: Balthasar Dörig
Das ist ein Ausrufezeichen, das die Nationalliga A-Handballerinnen des LC Brühl in der ersten Playoff-Halbfinal-Partie gegen Yellow Winterthur gesetzt haben. Von der ersten bis zur letzten Minute dominierten sie ihre Gegnerinnen fast nach Belieben. 37:24 stand es am Ende. Das Ergebnis liess an Deutlichkeit nichts zu deuten übrig. Der Meister war gegen den Herausforderer ganz einfach mindestens eine Klasse besser. «Gut – es steht in der Dreierserie jetzt 1:0 zu unseren Gunsten. Ob wir mit einem oder mit 13 Toren Unterschied gewinnen, interessiert am Ende nicht. Wichtig ist, dass wir gegen die Winterthurerinnen einen zweiten Sieg erreichen», dämpfte Trainer Raphael Kramer nach dem Spiel allfällig aufkommende Euphorie.
Comeback von Sladana Dokovic
Die Vorzeichen für die St.Gallerinnen zum Spiel waren eher schlecht. Da war zum einen die schwache Leistung im letzten Finalrundenspiel gegen die Spono Eagles und zum andern das ausgedünnte Kader. Unter der Woche ist die Liste der verletzten Spielerinnen nochmals umfangreicher geworden. Bei Katarina Simova ergaben die Untersuchungen ihrer im Spiel gegen die Spono Eagles zugezogenen Verletzung, dass nicht nur die Nase gebrochen ist, sondern dass sie auch noch eine schwerwiegende Hirnprellung erlitten hatte. Torhüterin Jasmina Kikanovic wurde im Training von einem Ball am Kopf getroffen und konnte deshalb nicht antreten. Da auch Denise Kaufmann wegen ihrer Rückenprobleme weiterhin nicht einsatzfähig ist, sahen sich die Verantwortlichen auf der Position der Torfrau zum Handeln gezwungen. Für die finale Meisterschaftsphase wollten sie das Risiko nicht eingehen, mit Norah Kothen und Jenny Schäfer nur über zwei Torhüterinnen zu verfügen. So fragten sie Sladana Dokovic für ein Comeback an. Die 30jährige hatte am 21. Mai 2025 nach der dritten Playoff-Final-Partie gegen die Spono Eagles und dem 34:29-Sieg, der den 34. Titelgewinn des LC Brühl bedeutete, ihren Rücktritt gegeben. Nun steht die 45-fache Ex-Internationale ihrem Stammverein wieder zur Verfügung. In der 25. Minute beim Stande von 18:12 kam sie bei einem Penalty zu ihrem Ersteinsatz, um dann in der Schlussphase ab der 52. Minute die einmal mehr sehr gut agierende Norah Kothen zwischen den Pfosten abzulösen.
Ausgeglichene Teamleistung
Zu diesem Zeitpunkt war die Partie längst entschieden. Der LC Brühl hatte beim 1:0 die Führung übernommen und diese nie mehr abgegeben. Die grösste Tordifferenz schaffte das Heimteam in der 52. Minute beim 34:18. Zehn Minuten zuvor hatten die St.Gallerinnen 25:18 geführt. Es folgte eine Serie von neun Toren ohne einen Gegentreffer. In dieser Phase – aber auch schon zuvor – hatte sich Malin Altherr, die nicht nur alle sechs Penaltys verwertete, sondern auch noch sechs Mal aus dem Spiel heraus traf, besonders hervorgetan. «Wir kamen in einen Lauf hinein, in dem uns Yellow nicht mehr bremsen konnte. Das war zum einem wichtig, um dem Gegner unsere Stärke zu zeigen und zum andern, dass wir unsere geschlossene Teamleistung festigen konnten», meinte die 23jährige Internationale. In die gute Teamleistung ist auch die Defensivarbeit und die taktische Cleverness einzubeziehen. In der zweiten Partie vom Donnerstag in Winterthur dürfte sich Yellow kaum nochmals derart schwach präsentieren und die Lehren aus der Kanterniederlage gezogen haben. Dies weiss auch der Titelverteidiger oder wie es Kramer formuliert: «Erst beim 2:0 in der Serie stehen wir im Final.»
Telegramme
Handball Frauen
LC Brühl – Yellow Winterthur 37:24 (20:14)
Kreuzbleiche – 357 Zuschauer – Sr.: H. Albert Gallardo/O. Albert Gallardo.
Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen den LC Brühl und 3-mal 2 Minuten gegen Yellow Winterthur.
LC Brühl: Kothen (12 Paraden)/Dokovic (3 P.)/Schäfer (nicht eingesetzt); Kernatsch (8), Baljak (3), Ackermann (1), Altherr (12/6), Truchot (1), Coker, Schnider (3), Mosimann (3), Lüscher (1), Eugster (1), Usik, Hess (3), Arpagaus (1).
Yellow Winterthur: Stüdemann von Ehrenstein (3 Paraden)/Chappuis (5 P.); Vasic, Dvorak (3), Skoricova, Oliveira de Almeida (3), Barancova (1), Heer (1), Osterwalder (3), Drent (4/3), Mössner (1), Dübendorfer (5/1), Abramowicz (3).
Bemerkungen: Verhältnis vergebener Penaltys 0:1. LC Brühl ohne die verletzten Lauper, Simova, Kikanovic und Kaufmann.
