Ohne zu überzeugen gewinnt der LC Brühl gegen die Spono Eagles 23:21.
Bericht: Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Bilder: Balthasar Dörig
Die Schlusssirene beendete in der Sporthalle Kreuzbleiche die Nationalliga A-Partie der Frauen zwischen dem LC Brühl und den Spono Eagles. Auf der Anzeigetafel leuchtete der 23:21-Sieg des Heimteams. Wie auf Befehl stürmten alle St.Gallerinnen zu ihrer Torhüterin Norah Kothen. Es war selbstredend kein Befehl, der die Spielerinnen zu ihrer Torhüterin führte, sondern weit mehr ein Ausdruck von Freude, Anerkennung und auch Erleichterung. Dass die Gastgeberinnen die zwei Punkte zu Hause festmachen konnten, lag zu einem wesentlichen Teil an der Leistung der 20jährigen Deutschen mit ihren 14 erfolgreichen Abwehraktionen. «Meine Leistung war auch der guten Abwehrarbeit meiner Mitspielerinnen zu verdanken. Sie haben super zugepackt», gab sie Komplimente zurück. Es war ihr aber auch nicht verborgen geblieben, dass in der Offensive während der gesamten Partie vieles nicht zu gefallen wusste. «Nur 23 erzielte Tore sind zu wenig. Wenn wir mit den Spitzenteams von GC Amicitia und Yellow Winterthur um die Meisterschaft mithalten wollen, müssen wir gegen die Spono Eagles deutlicher und überzeugender gewinnen.»
Unsicherheiten und zu wenig Überzeugung
Damit spricht Kothen auch den Spielverlauf an. Der LC Brühl geriet während der gesamten Spieldauer nie in Rückstand. Er schaffte es aber auch nie, eine Vorentscheidung zu erzwingen. In der 1. und der 2. Halbzeit gelang es Differenzen von bis zu vier Treffern zu erspielen, doch die Luzernerinnen verkürzten unter der Führung ihrer zehnfachen Torschützin Nora Emmenegger immer wieder. «Es mangelte unserem Angriffsspiel an Überzeugung, Konsequenz und dem Durchspielen der zweiten Angriffswelle», musste Trainer Raphael Kramer feststellen. Dieser Analyse konnte sich Clairebel Coker, die dank ihrer vier Tore in der 2. Halbzeit zur besten Spielerin ihres Teams gewählt wurde, anschliessen. «Wir haben unsere gute Deckungsarbeit offensiv nicht weitergeführt. Im Angriff nutzten wir zu viele Chancen nicht und haben uns damit für unsere Offensivaktionen nicht belohnt.» So blieb am Ende die Erkenntnis, dass die fehlende Konsequenz und Überzeugung mit und zu den eigenen Möglichkeiten zu einer durchzogenen Leistung geführt hat. Dank der zwei Punkte verbleibt der Titelverteidiger weiter im Trio der Spitzenteams mit dem Leader GC Amicitia und Yellow Winterthur. Wenn der LCB aber mit der direkten Konkurrenz mithalten will, kann er es sich künftig nicht mehr leisten, in einem Spiel vier Penaltys nicht zu verwerten.
LC Brühl – Spono Eagles 23:21 (13:11)
Kreuzbleiche – 250 Zuschauer – Sr.: Héctor Albert Gallardo/Oscar Albert Gallardo.
Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen den LC Brühl und 0-mal 2 Minuten gegen die Spono Eagles.
LC Brühl: Kothen (14 Paraden)/Kikanovic (0 P. bei 1 Penalty))/Schäfer (0 P. bei einem Penalty); Kernatsch, Baljak (3), Simova (1), Ackermann (2), Altherr (2), Truchot, Coker (4), Schnider (3), Mosimann (1/1), Lüscher, Eugster (2), Hess (3), Arpagaus (2).
Spono Eagles: Strebel (4 Paraden)/Hartz (10 P.)/Strebel und Zürcher (nicht eingesetzt); von Rotz, Sutter (1), Manduca (3), Strupler, Käser, Herger (2), Schmied (1), Egli, Pellaton (1), Röösli (2), Emmenegger (10/4), Grüning (1).
Bemerkungen: Verhältnis vergebener Penaltys 4:2. LC Brühl ohne Usik, Lauper, Kaufmann (verletzt).





