Die Brühler Nationalliga A-Handballerinnen gewinnen mit vielen Problemen bei Herzogenbuchsee 23:22.
Bericht: Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Bild: Béatrice Hänsler
Der 47:23-Sieg des LC Brühl gegen Rotweiss Thun vor einer Woche in der ersten Runde der Nationalliga A-Meisterschaft der Handballerinnen war eine eigentliche Galavorstellung. Der Tempohandball der St.Gallerinnen mit 27 Treffern als Folge einer schnellen Angriffsauslösung war beeindruckend. Davon war in der zweiten Saisonpartie beim Auswärtsspiel gegen den HV Herzogenbuchsee nichts mehr auszumachen. Vier Gegenstosstore – bei deren sieben der Bernerinnen – schaffte der Rekordmeister. Trotzdem siegte er am Ende 23:22. «Ich habe meinen Spielerinnen nach der Partie gesagt, dass ein gutes Team auch an einem schlechten Tag gewinne – und wir hatten wirklich einen schlechten Tag mit viel Pech und Unvermögen», erklärte Trainer Raphael Kramer.
Nur 255 Sekunden in Führung
Von der 60-minütigen Spielzeit lag der LC Brühl nur fünf Mal während total 255 Sekunden mit einem Treffer in Führung. Ansonsten stand die Partie unentschieden oder die Gastgeberinnen führten mit bis zu drei Toren. Die längste Führung der Brühlerinnen war jene mit den 94 Sekunden nach dem 23:22 in der zweitletzten Minute bis zum Spielende. Dass damit der Sieg doch noch Tatsache wurde, hatte der LC Brühl seiner überragenden Torhüterin Claire Hartz zu verdanken. Mit ihrer 18. erfolgreichen Abwehraktion in der Schlusssekunde hielt sie die zwei Punkte fest und damit einen Sieg, der lange nicht realisierbar schien. Die schlechte und mit 17 unerzwungenen Ballverlusten extrem fehlerhafte Leistung hatte für Kramer Gründe. «Wir hatten unter der Woche zahlreiche kranke Spielerinnen. Fünf Spielerinnen waren gegen Herzogenbuchsee nicht einsatzfähig und einzelne traten an, ohne unter der Woche auch nur ein einziges Training absolviert zu haben. Dies alles wegzustecken, dazu fehlte es meinem Team an Mut und Reife.» So kam es zur Zitterpartie für die St.Gallerinnen, die gegen den gut eingestellten Gegner offensiv und defensiv kaum einmal griffige Mittel fanden. Es mangelte ganz einfach an allen Ecken und Enden. Die unbefriedigende Leistung setzte in den Absprachen und der Kompaktheit in der Verteidigung ein, führte über die nicht zwingende Angriffsauslösung zu komplizierten Offensivabläufen bis zum zu langsamen und unkoordinierten Rückzugsverhalten. So waren die zwei Punkte am Ende trotz vieler Widerwertigkeiten das Beste der 60 Minuten in Herzogenbuchsee.
HV Herzogenbuchsee – LC Brühl 22:23 (11:11)
Mittelholz – 153 Zuschauer – Sr.: Héctor Albert Gallardo/Oscar Albert Gallardo.
Strafen: 2- mal 2 Minuten gegen Herzogenbuchsee (inkl. Disqualifikation Pfäffli 52. Minute) und 1– mal 2 Minuten gegen den LC Brühl.
HV Herzogenbuchsee: Käser (14 Paraden und 1 Tor)/Billeter (nicht eingesetzt); Gränicher, Hofer (1), Teuscher, Braschoss, Haas (3), Lüthi (1), Strub (1), Roth (1), Widmer (4/1), Gygax (1), Rieder (4/2), Sturny (3), Pfäffli (2).
LC Brühl: Hartz (18 Paraden)/Kaufmann (nicht eingesetzt); Rhyner (2), Kernatsch (3), Ackermann (5), Altherr (6/2), Mierzwa (2), Truchot (1), Coker (2), Schnider (1), Mosimann, Hess (1), Arpagaus.
Bemerkungen: Verhältnis vergebener Penaltys 1:0. LC Brühl ohne die verletzten oder erkrankten Simova, Eugster, Usik, Baljak und Kothen.
