Der LC Brühl unterliegt dem LK Zug nach dramatischer Schlussphase 29:30.
Bericht: Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Bilder: Balthasar Dörig
So still war es in der Sporthalle Kreuzbleiche nach einem Handballspiel noch selten. Der LC Brühl und die Zuschauer waren in einer eigentlichen Schockstarre, geprägt von Ratlosigkeit. Das Heimteam hatte gegen den LK Zug eine völlig unnötige 29:30-Niederlage zu verdauen. Nach einer ausgeglichenen 1. Halbzeit mit wechselnden Führungen lag das Heimteam zur Pause 17:15 vorne. Dank verbesserter Defensivarbeit, einer vor Torhüterin Norah Kothen ausgehenden emotionaleren und aggressiveren Herangehensweise an die Gegnerinnen fiel auch die Offensivleistung effizienter aus. Die 24:18- Führung nach 42 Minuten war der Beweis der Leistungssteigerung. Doch dann folgte der abrupte Leistungseinbruch. Bis zum Spielende schafften die St.Gallerinnen noch mickrige fünf Tore. Die Zugerinnen dagegen holten Tor um Tor auf und kamen fünf Minuten vor dem Spielende zum 27:27-Ausgleich. Beim 28:29 mit dem achten verwerteten Penalty von Ewa Pietrasik führten die Gäste erstmals seit der 19. Minute wieder. Wohl glich der LCB nochmals aus, doch der Siegtreffer der Zugerinnen 68 Sekunden vor Ende konnte nicht verhindert werden.
Fehlerhaft und zu selbstsicher
«Beim 24:18 fühlten wir uns zu siegessicher. Plötzlich spielten wir nicht mehr konsequent. Etwas solches darf uns nicht unterlaufen. Schade, dass dies geschehen ist. Ich bin ratlos», fasst Dimitra Hess ihre Enttäuschung zusammen. Die Ratlosigkeit lässt sich trotzdem teilweise erklären. So wurde die Fehlerquote des Heimteams mit zunehmender Spieldauer immer grösser. Stand der Vergleich der beiden Teams zur Pause bei 4:2, so war er am Ende bei 14:7. Hatte die Formation, die den Vorsprung von sechs Toren erspielt hatte, eine gewisse Sicherheit und Ausgeglichenheit ausgestrahlt, so war nach personellen Änderungen in der Schlussviertelstunde davon kaum mehr etwas auszumachen. Sinnbildlich dafür war, dass die Aussenspielerinnen völlig vergessen gingen. Schliesslich passte es ins negative Gesamtbild, dass beim 29:30 und Ballbesitz der Brühlerinnen 43 Sekunden vor dem Ende der Zuger Sportchef Daniel Perisa den Delegierten am Zeitnehmertisch darauf aufmerksam machte, dass auf der Auswechselbank beim Gegner eine Person sitze, die nicht auf dem Matchblatt aufgeführt sei. Dieser Fehler hatte zur Folge, dass der Ballbesitz zum LK Zug wechselte und dieser die verbleibend Zeit zum Sieg herunterspielen konnte. Die Zugerinnen halten sich mit dem Punktgewinn vier Runden vor dem Ende der Finalrunde die Chance für einen Playoff-Platz offen. Da Yellow 25:26 gegen die Spono Eagles verlor, bleibt der LC Brühl mit einem Punkt Vorsprung auf die Winterthurerinnen Zweiter.
LC Brühl – LK Zug 29:30 (17:15)
Kreuzbleiche – 200 Zuschauer – Sr.: Hasler/Hungerbühler.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen den LC Brühl und 4-mal 2 Minuten gegen den LK Zug.
LC Brühl: Kothen (11 Paraden und 1 Tor)/Kikanovic (0 P. bei 3 Penaltys)/Schäfer (0 P. bei 1 Penalty); Mierzwa (1), Kernatsch (3), Baljak (3), Simova (6), Ackermann, Altherr (8/4), Truchot (1), Schnider, Mosimann, Eugster, Hess (4), Arpagaus (2).
LK Zug: Knörr (1 Paraden)/Trümpler (4 P.); Schnarwiler (1), Petrasik (11/8), Tschamper (5), Schürmann (2), Brunett (2), Oberholzer, Steinmann (4), Rüegg, Spieler (1), Bachmann, Kesselring (1), Flückiger (3).
Bemerkungen: Verhältnis vergebener Penaltys 0:0. LC Brühl ohne Usik, Lauper, Lüscher, Coker und Kaufmann (alle verletzt).





