Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Bild: FOTO Wagner / Alexander Wagner
Die St.Galler Nationalliga A-Handballerinnen verlieren in Winterthur vor 1265 Zuschauern den Cupfinal gegen GC Amicitia Zürich 25:26
Seit der erstmaligen Austragung im Jahr 2000 war der diesjährige Cupfinal die 26. Austragung. Mit zwölf Siegen ist der LC Brühl Rekordgewinner. Die 13. Goldmedaille ist dem 34-fachen Rekordmeister verwehrt geblieben. In Winterthur verloren die St.Gallerinnen vor 1265 Zuschauerinnen und Zuschauern gegen GC Amicitia 25:26. Für die Zürcherinnen, die erstmals seit 2005 den Final erreicht hatten, ist es der erste Cupsieg seit der Fusion der beiden Vereine ZMC Amicitia und Grasshoppers. GC Amicitia konnte sich damit auch für die Niederlage im dramatischen Playoff-Final 2024 revanchieren. «Doch so weit hätte es nicht kommen müssen. Wir hatten es in den eigenen Händen, die Partie zu gewinnen. Es waren Kleinigkeiten, die gegen uns entschieden haben und es waren Kleinigkeiten, die bei uns nicht gepasst haben», fasste LCB-Captain Mirjam Ackermann ihre Enttäuschung zusammen.
Überlegen und trotzdem mit Pausenrückstand
Der Spielverlauf und die Kräfteverhältnisse in der 1. Halbzeit waren eine eher kuriose Sache. Die Brühlerinnen führten mehrheitlich, traten dominant auf und lagen zur Pause trotzdem mit zwei Toren (10:12) zurück. Die Zürcherinnen wirkten lange nervös und zum Teil auch verunsichert. Dies wussten die Ostschweizerinnen bedingt zu nutzen. Nach dem 3:3 in der sechsten Minute gerieten sie bis zur 29. Minute nie mehr in Rückstand. Sie spielten zum Teil dominant auf und wirkten defensiv gefestigt. Der grosse Maskel aber war, dass die Tordifferenz nie mehr als zwei Treffer betrug. «Wir hatten schlichtweg zu viele schlechte Würfe», musste Trainer Raphael Kramer feststellen. Auch Malin Altherr, die mit neun Treffern die beste Torschützin ihrer Equipe war, analysierte in diesem Bereich. «Wir waren das bessere Team. Doch wir haben aus unserer Überlegenheit zu wenig gemacht.» Dies rächte sich in den Schlussminuten vor der Pause, als die Zürcherinnen ihren 8:10-Rückstand innerhalb von drei Minuten in eine 12:10-Führung umbogen. Den wesentlichsten Faktor zu dieser Tatsache lieferte Sereina Kuratli. Die Zürcher Nationaltorhüterin glänzte mit einer Quote von 53 Prozent gehaltenen Bällen.
Fünftorevorsprung für den Cupsieger
In der 2. Halbzeit musste GC Amicitia nie mehr einen Rückstand aufholen. Wohl gelang dem LCB noch dreimal der Gleichstand, doch der Gegner zeigte sich stabil. Zehn Minuten vor dem Ende lag er beim 18:23 erstmals mit fünf Treffern in Front. Der Sieg schien zur Formsache zu werden. Dem wollten die St.Gallerinnen nicht beipflichten. «Wir haben immer an unseren Sieg geglaubt, bis zur letzten Sekunde und dafür gekämpft», beschrieb Ackermann. Nur um Wenig blieb ihrem Team am Ende der Ausgleich zum 26:26 und damit der Weg in die Verlängerung versagt. So muss der LC Brühl ein weiteres Jahr auf einen Cupsieg warten. In der Meisterschaft wird der neue Cupsieger dann wohl erneut der härteste Konkurrent sein. Wollen die St.Gallerinnen den Zürcherinnen dann nicht abermals den Vortritt lassen müssen, wissen sie jetzt wohl endgültig, woran in den nächsten Monaten zu arbeiten ist. Ihr Spiel muss über die gesamten 60 Minuten stabiler werden. In diesen Bereich gehört eine besser Wurfauswertung, die Reduktion der Fehlerzahl – aber auch bessere und konstantere Leistungen der Torhüterinnen.
Auch Nachwuchsteam verliert
Ein Erfolgserlebnis blieb dem LC Brühl auch im Cupfinal der U18-Elitejuniorinnen mit der 26:31-Niederlage gegen den LK Zug verwehrt. Das Team des Trainerduos Silvio Rigatti/Manuela Brütsch konnte bis zum 16:16 das Geschehen offen gestalten, musste dann aber abreissen lassen und lag in der Folge bis zum Schluss stets zurück, womit die Titelverteidigung nicht gelungen war.
LC Brühl – GC Amicitia Zürich 25:26 (10:12)
AXA Arena Winterthur – 1265 Zuschauer – Sr.: Hasler/Hungerbühler.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen den LC Brühl und 2-mal 2 Minuten gegen GC Amicitia.
LC Brühl: Kothen (7 Paraden)/Kaufmann (nicht eingesetzt)/Kikanovic (2 P.); Kernatsch (4), Baljak (1), Simova (3), Ackermann (1), Altherr (9/4), Truchot, Coker, Schnider, Mosimann, Lüscher (3), Eugster (1), Usik, Hess (3), Arpagaus.
GC Amicitia Zürich: Kuratli (14 Paraden)/Krüger (0 P.); Bopp, Aellen (7/3), K. Erni (2/2), Winterberg (3), Rusert, Kündig (5), Schmid (3), D Ambrosio, J. Erni (2), Schärer (3), Schläpfer (1).
Bemerkungen: Verhältnis vergebener Penaltys 2:2. LC Brühl ohne Lauper (verletzt) und Schäfer (überzählig).
