Bericht: Fritz Bischoff
Foto: Tobias Zeltner
Der LC Brühl verliert mit dem 30:32 bei Yellow Winterthur im sechsten Spiel der Nationalliga A-Meisterschaft zum zweiten Mal. Die Niederlage des Meisters in der Spitzenbegegnung hat sich von der ersten Spielminute an abgezeichnet. Die St.Gallerinnen fanden nicht ins Spiel und lagen nach sechs Minuten bereits 1:4 zurück. Die Auszeit von Trainer Raphael Kramer zeigte nur bedingt Wirkung. Wohl gelang zwischenzeitlich beim 8:8 (13. Minute) der Ausgleich, doch zur Pause führten die Winterthurerinnen 18:14. Zu Beginn der 2. Halbzeit hatten die Brühlerinnen ihre besten Momente. Ausgehend von einer kompakten Verteidigungsarbeit funktionierten auch die Offensivbemühungen nahezu optimal. In der 35. Minute konnte die erstmalige Führung (19:18) notiert werden. Die folgenden zehn Minuten waren ein ausgeglichener Schlagabtausch, ehe ab der 48. Minute die Vorteile wieder bei Yellow lagen. Dass die Gastgeberinnen bis zum 32:30-Schlussergebnis nicht mehr in Rückstand gerieten war weit weniger ihrem Vermögen, denn weit mehr dem Unvermögen ihrer Gegnerinnen geschuldet. Die Brühlerinnen fielen in ihr Spielmuster der 1. Halbzeit mit einer nicht mehr kompakten Abwehr, zahlreichen Fehlern und noch mehr Fehlwürfen zurück. 15 Fehler und 19 Fehlwürfe können nicht zu einem Punktegewinn gereichen und dürfen es auch nicht, denn eine solche Leistung hat auch keine Punkte verdient. Einziger Lichtblick gegen einen Gegner, der mit dem Punktemaximum als Zweiter gleichauf mit dem Leader GC Amicitia Zürich ist, war im Team des LC Brühl Lorena Baljak. Die österreichische Internationale, die diesen Freitag ihren 19. Geburtstag feiert und mit ihrem Nationalteam in der vergangenen Woche mit den Siegen gegen Israel und Griechenland in der EM-Qualifikation im Einsatz stand, war mit zehn Toren beste Werferin ihres Teams. Sie sieht die Leistung gegen Yellow kritisch. «Einmal mehr haben wir die Startphase einer Partie verschlafen, waren zu fehlerhaft und haben zu viele Geschenke an den Gegner gemacht. Das darf ganz einfach nicht mehr passieren. Wir haben aber auch mit zu wenig Herz gespielt. Es fehlte das Feuer zum Erfolg.» Zum Abschluss der Vorrunde gastiert der Rekordmeister am 1. November 2025 bei Rotweiss Thun.
Yellow Winterthur – LC Brühl 32:30 (18:14)
AXA Arena – 125 Zuschauer – Sr.: Hardegger/Müller.
Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Yellow Winterthur und 3-mal 2 Minuten gegen den LC Brühl.
Yellow Winterthur: Stüdemann von Ehrenstein (5 Paraden)/Chappuis (9 P.); Vasic (5), Dvorak (2), Skoricova, Oliveira de Almeida (2), Barancova (1), Heer (1), Osterwalder (2), Drent (10/2), Mössner, Dübendorfer, Abramowicz (9).
LC Brühl: Kothen (14 Paraden), Kikanovic (nicht eingesetzt); Kernatsch (3), Baljak (10/2), Ackermann (2), Altherr (6), Truchot, Coker (3), Schnider, Lüscher (4), Eugster, Usik, Hess, Arpagaus (2), Kerestély.
Bemerkungen: Verhältnis vergebener Penaltys 1:1. LC Brühl ohne die verletzten Simova, Mosimann, Lauper und Kaufmann.
