
NW: U16E steht im Final, Saisonende für U14E & U18E
Die Halbfinalspiele um die Schweizer Meisterschaft der Elite-Juniorinnen sorgten am vergangenen Wochenende für Spannung, Dramatik und Emotionen. Während die U14- und U18-Teams des LC Brühl Handball trotz grossem Einsatz ausschieden, setzte sich die U16-Elite nach einem hart umkämpften Rückspiel in Zug durch und qualifizierte sich für das Meisterschaftsfinale.
U16-Elite: Disziplin, Leidenschaft und ein Wurf ins Finale
Die Ausgangslage war trügerisch: Zwar nahm die U16-Elite des LCB einen 4-Tore-Vorsprung (33:29) aus dem Hinspiel mit nach Zug, doch schnell wurde klar, dass diese Reserve in einem Halbfinalspiel von solcher Intensität wenig bedeutet. Die St. Gallerinnen starteten wach in die Partie, gingen durch Jael Schmid früh in Führung, mussten jedoch bereits nach wenigen Minuten mehrfach in Unterzahl agieren. Ein Muster, das sich durch das gesamte Spiel ziehen sollte. Insgesamt zehn Zeitstrafen gegen den LCB standen am Ende einer einzigen Zug Zeitstrafe gegenüber. Diese enorme Belastung verlangte vom Team taktisches Geschick, physische Widerstandsfähigkeit und mentale Stärke.
Zug wusste die numerische Überlegenheit zunächst zu nutzen und setzte sich nach einem 3:0-Lauf auf 12:8 ab – der Hinspielvorsprung war dahin. In dieser kritischen Phase war es das Kollektiv des Brühler Teams, allen voran die Linkshänderin Sophia Rhyner, die mit zwei Ballgewinnen und einem Torerfolg die Wende einleiteten. Mira Rigatti legte nach, Zug war zum Timeout gezwungen, ohne Wirkung – nun war der LCB im Spiel. Der Pausenstand lautete 13:13. Alles war wieder offen.
Nach dem Seitenwechsel erwischten die Brühlerinnen den besseren Start, setzten sich auf zwei Tore ab und schienen das Momentum auf ihrer Seite zu haben. Doch erneut sorgten Zeitstrafen für Unruhe. Besonders schwer wog die rote Karte gegen Spielmacherin Jael Schmid in der 41. Minute, die das Team in eine Phase doppelter Unterzahl zwang. Doch auch in diesen schwierigen Momenten hielten die Grünweissen dagegen. Die Defensive stand kompakt, der Kampfgeist war ungebrochen.
Das Spiel entwickelte sich zu einem wahren Krimi. Ausgleich und Führung wechselten sich ab, kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Zug gelang in der 56. Minute der Treffer zum 30:29, Brühl glich durch Mira Rigatti anderthalb Minuten vor Schluss aus. In den letzten Sekunden dominierten Technische Fehler und Fehlwürfe auf beiden Seiten. Doch zwei Sekunden vor Schluss fasste sich Mira Rigatti ein Herz: Sie setzte zum 1-gegen-1 an, zog aus rund zwölf Metern ab und traf über den Innenpfosten via Lattenkreuz zum 30:31-Endstand. Die Erleichterung, die Freude, der Stolz: alles entlud sich in einem emotionalen Jubel.
Ein Sieg, der weit über den Einzug ins Finale hinausgeht: Die Brühler U16-Elite hat gezeigt, was es bedeutet, auch unter widrigsten Bedingungen zusammenzustehen, klug zu agieren und nie den Glauben an sich zu verlieren. Da hat Biberach doch einige Lehren hinterlassen… Der Coaching Staff bewies in kritischen Phasen ein gutes Gespür für Wechsel, Tempo und Ansprache. So verdiente sich das Team seinen Platz im Final um den Schweizer Meistertitel. Nach einem Spiel, das in Erinnerung bleiben wird.
U14-Elite verpasst Finaleinzug hauchdünn
Nicht weniger dramatisch verlief das Halbfinal-Rückspiel der U14-Elite, ebenfalls gegen den LK Zug. Die Ausgangslage nach dem 30:28-Hinspielsieg versprach Spannung, doch dieses Mal lief das Spiel nicht zugunsten der Brühlerinnen. Nach einem zähen Start fand das Team zwar ins Spiel, verlor aber zur Pause etwas den Faden und lag mit 10:12 zurück.
Die zweite Hälfte begann denkbar ungünstig: Ballverluste, technische Fehler und eine Zeitstrafe führten zu einem raschen 10:15-Rückstand. Zwar kämpften sich die jüngsten Brühlerinnen mit grossem Einsatz zurück und verkürzten nochmals auf vier Tore, doch der entscheidende Treffer blieb aus. Beim Endstand von 25:21 für Zug war klar: Das Gesamtskore von 51:53 bedeutete das Halbfinal-Aus für den LCB. Auch wenn der Finaleinzug verpasst wurde, bleibt ein positives Fazit: Das Team zeigte grosse Moral, Talent und Teamgeist und darf stolz auf ihre Entwicklung in dieser Saison sein.
U18-Elite scheidet gegen dominante Spono Eagles aus
Für die U18-Elite war die Ausgangslage vor dem Rückspiel in Nottwil kaum zu meistern. Nach der deutlichen 25:43-Niederlage im Hinspiel benötigte das Team von Lars Pataky ein kleines Wunder. Dennoch traten die Brühlerinnen mit Entschlossenheit und Charakter an, um sich möglichst gut aus dem Wettbewerb zu verabschieden.
Sie begannen engagiert und hielten die Partie lange offen. Zur Pause lag das Team nur mit 14:19 zurück. In der zweiten Halbzeit schien sogar kurzzeitig eine Aufholjagd möglich, als der LCB auf 18:22 verkürzte. Doch drei Zeitstrafen in kurzer Folge brachten den Rhythmus ins Wanken, Nottwil setzte sich erneut ab und entschied die Partie schliesslich mit 36:28 für sich. Trotz des Ausscheidens bleibt als Highlight der U18-Cupsieg und die Erkenntnis, dass das Team im Laufe der Saison sportlich und charakterlich gewachsen ist.
Ausblick auf das Finalwochenende
Während die U14- und U18-Elite-Teams mit erhobenem Haupt die Saison beenden, blickt die U16-Elite nun auf das grosse Finale. Die Endspiele finden am Wochenende des 17./18. Mai (auswärts) sowie am 24. Mai (Heimspiel) statt. Gegner werden die Spono Eagles sein. Die Brühlerinnen werden dabei auf den Rückhalt ihrer Fans zählen, die bereits in den Halbfinals für lautstarke Unterstützung sorgten und eindrucksvoll den Brühler Geist verkörperten.
Der LC Brühl Handball bedankt sich herzlich bei allen Anhängerinnen und Anhängern, die den Weg nach Zug und Nottwil auf sich genommen haben. Der Verein freut sich, möglichst viele Fans auch zu den Finalspielen begrüssen zu dürfen – ganz nach dem Motto: Be there, be green, be loud!
