
FU16E: Mit Heimspiel in Nottwil zu 12-Tore-Vorsprung
Das Playoff-Finalhinspiel der U16-Elite zwischen den Spono Eagles und dem LC Brühl Handball wurde am vergangenen Sonntag zu einem Fest des LCB-Nachwuchshandballs. In der kleinen, bis auf den letzten Platz gefüllten Kirchmatte in Nottwil schien das Heimspielgefühl rasch in grüne Hände überzugehen: Mitgereiste Fans aus der Ostschweiz peitschten den Brühler Nachwuchs lautstark nach vorne.
Die Nationalhymne vor dem Anpfiff sorgte für zusätzliche Gänsehautmomente und spürbare Nervosität auf dem Spielfeld. Es war Sophia Rhyner, die mit dem ersten Treffer der Partie zum 0:1 den Ton angab. Doch die Gastgeberinnen aus Nottwil hielten sofort dagegen, übernahmen beim 3:2 kurzzeitig die Führung und gestalteten die Anfangsphase offen. Es entwickelte sich ein zähes, von vielen technischen Fehlern und Fehlwürfen geprägtes Duell, das aber auf beiden Seiten mit bemerkenswerter Intensität geführt wurde.
Team-Time-Out bringt Wende
Beim Spielstand von 7:6 zog LCB-Headcoach Silvano Rigatti erstmals die Timeout-Karte. Die Besprechung zeigte Wirkung. Jael Schmid, die wie schon im Halbfinal gegen Zug zur Schlüsselfigur avancierte, glich postwendend zum 7:7 aus. Danach schaltete das Brühler Team spürbar einen Gang höher. Mit einem schnellen Umschaltspiel, präzisem Timing und viel Tempo gelang ein 7:2-Lauf bis zum 9:13. Doch Spono blieb dran, kämpfte sich nochmals heran, ohne jedoch den Rückstand entscheidend verkürzen zu können. Zur Pause führten die Ostschweizerinnen mit 12:18.
Zweite Halbzeit: Kollektiv glänzt
Nach der Pause meldeten sich die Eagles mit dem ersten Treffer zurück. Doch Brühl reagierte eiskalt und baute die Führung mit zwei Treffern sofort auf sieben Tore aus. Eine Zeitstrafe gegen Gabriela Czech, nachdem ein Wurf unabsichtlich die Torhüterin am Kopf traf, brachte kurz Unruhe ins Spiel. Die folgende Unterzahl verlor das Brühler Team mit 1:2, ehe ein Wechselfehler zur nächsten Zweiminutenstrafe führte. Doch auch während diesen 2 Minuten blieben die Gäste stabil, es fielen in dieser Phase keine Tore.
Beim Stand von 21:16 nahm Rigatti sein zweites Team-Timeout. Kurz darauf folgte ein hartes Einsteigen von Sponos Leana Hansen gegen Sophia Rhyner im Gegenstoss, eine Strafe, die Brühl in Überzahl wieder nutzte, um den Sieben-Tore-Abstand zu halten.
Entscheidung mit 6:0-Lauf
In der 50. Minute setzte Spono mittels Team-Timeout zum taktischen Wechsel an und agierte fortan mit einer siebten Feldspielerin. Doch genau das spielte dem Brühler Team in die Karten. Mit cleverer Antizipation, starker Defensive und blitzschnellem Umschalten legten die Grünweissen einen vorentscheidenden 6:0-Lauf hin – vom 25:20 zum 31:20. Herausragend in dieser Phase: Paula Thoma, die ihr Comeback nach längerer Verletzungspause mit drei Toren innerhalb weniger Minuten feierte, darunter ein sehenswerter Wurf ins verwaiste Tor aus 30 Metern Entfernung.
Am Ende stand ein hochverdienter 35:23-Auswärtserfolg auf der Anzeigetafel. Luisa Eberle setzte mit ihrem Treffer kurz vor dem Horn den Schlusspunkt. Beste Werferinnen auf Brühler Seite waren erneut Jael Schmid und Mira Rigatti mit je neun Toren. Doch es war das Brühler Abwehrkollektiv, das als «unsichtbare Bestplayerin» gemeinsam mit unseren Torhüterinnen, die auf eine 34%-ige Abwehrquote kamen, den Unterschied machte: diszipliniert, kompakt, aggressiv.
Starke Teamleistung
Auch abseits des Spielfeldes zeigte sich das Brühler Team als verschworene Einheit. Schon die An- und Abreise mit den LCB-Büssli wurde zum Erlebnis, bei dem Musik, Lachen und Teamspirit die Fahrzeuge förmlich zum Beben brachten.
Ein Kompliment gebührt auch den beiden Schiedsrichtern, die das intensiv geführte Spiel souverän und mit klarer Linie leiteten.
Noch nichts entschieden
So deutlich der Vorsprung von zwölf Toren auch scheint, entschieden ist in dieser Finalserie noch nichts. Am kommenden Samstag, 24. Mai 2025 um 15:00 Uhr, folgt das Rückspiel in der Kreuzbleiche. Dann wird erneut bei 0:0 angepfiffen, und auch zwölf Tore können im Handball aufgeholt werden. Spono hat nicht zuletzt im Halbfinal gegen Zürich gezeigt, dass grosse Rückstände wett gemacht werden können.
«Wir brauchen nochmals eine gleich starke, konzentrierte Leistung», mahnt Coach Rigatti, der mit dem Triplegewinn in der SPL1 im Vorjahr schon Handballgeschichte geschrieben hat und nun mit der U16E vor seinem nächsten Titelgewinn steht. Für seinen Co-Trainer Beni Rachad, der den Verein in Richtung Heimat verlässt, wäre es das perfekte Abschiedsspiel.
Vor zwei Jahren standen sich fast dieselben Kader im U14E-Final gegenüber – damals siegte ebenfalls Brühl. Eine Neuauflage mit besonderer Geschichte – und vielleicht gleichem Ende? Letzter Akt in der Kreuzbleiche: Die Bühne ist bereitet, der Finalvorhang hebt sich ein letztes Mal. Die Brühlerinnen haben sich jede Unterstützung verdient. Jetzt zählt’s. BE THERE, BE GREEN, BE LOUD!
