FU16E: MEISCHTER! SCHWIZER MEISCHTER!

Was für ein Finaldrama in der Kreuzbleiche! Die FU16-Elite des LC Brühl Handball krönt eine überragende Saison mit einem 26:25-Heimsieg gegen die Spono Eagles und sichert sich damit den Schweizer Meistertitel. Es ist der 26. Sieg im 28. Spiel und der dritte Nachwuchstitel des Vereins in dieser Saison.

Es war alles angerichtet. Rund 500 Zuschauerinnen und Zuschauer füllten die St. Galler Kreuzbleiche. Schweizerfahne, Nationalhymne, Pokal und Medaillen: Die Bühne für einen unvergesslichen Nachmittag war vorbereitet. Doch wie lautet die Geschichte eines Spiels, in dem der Titel fast schon sicher scheint, aber genau das die grösste mentale Herausforderung darstellt? Trainer Silvano Rigatti, der immer wieder betont, dass jedes Spiel seine eigene Geschichte schreibt, sollte recht behalten: Dieses Finalrückspiel wurde ein Nervenkrimi.

Blitzstart – und dann der Bruch
Ein gegenseitiges Abtasten? Fehlanzeige. Nach gerade einmal 29 Sekunden zimmerte Luisa Eberle aus zehn Metern den Ball zum 1:0 in die Maschen. Zwei Minuten später erhöhte sie selbst auf 2:0, ein Auftakt nach Mass. Nach einer torlosen Phase war es Celine Ziegler, die auf 3:0 stellte. Erst ein Siebenmeter brachte Spono aufs Scoreboard.

Beim Stand von 4:1 nach zehn Minuten zog Rigatti sein erstes Team-Timeout und es wirkte. Jael Schmid setzte sich zweimal im 1-gegen-1 durch und erhöhte auf 6:1. In der 15. Minute stand es bereits 9:3 für das Heimteam, auch dank fünf starker Paraden von Torhüterin Johanna Schildknecht. Alles deutete auf eine Fortsetzung des klaren Hinspielsiegs (35:23) hin.

Doch die Brühlerinnen wogen sich zu früh in Sicherheit. Unnötige Hektik, Fehlwürfe und zwei Zeitstrafen brachten Spono zurück ins Spiel. Vom 9:3 kämpften sich die Gäste auf 10:8 heran. Das Tempo nahm zu, was eigentlich Brühls Stärke ist, doch nun legten beide Teams im Gleichschritt Tore nach. Nach einem Timeout von Spono kam der Gegner kurz vor der Pause bis auf ein Tor heran. Erst ein verwandelter Siebenmeter von Mira Rigatti stellte den 14:12-Pausenstand her.

Zweite Halbzeit: Spannung, Dramatik und ein Herzschlagfinale
Die zweite Hälfte begann denkbar ungünstig für dir Grünweissen: Spono verkürzte direkt und ging in der 34. Minute erstmals in Führung. Die Partie kippte, auch mental. Doch das Brühler Team reagierte mit Charakter. Eine Parade von Vanessa Schweizer und zwei Treffer von Mira Rigatti drehten das Spiel erneut (17:15). Doch ein vergebener Siebenmeter ans Lattenkreuz leitete die nächste Wendung ein.

Spono nutzte ein Überzahlspiel im 7-gegen-6 zum Ausgleich. Die Gäste rochen ihre Chance, glichen zum 20:20 aus. Ein hartes Einsteigen gegen Mira Rigatti brachte den Brühlerinnen erneut die Führung: Hannah Muheim verwandelte den fälligen Siebenmeter zum 22:21. Doch selbst in Unterzahl gewann Spono das Duell mit 2:1 und ging wieder in Führung.

Was folgte, war ein offener Schlagabtausch und eine letzte Energieleistung beider Teams. Die Uhr tickte unaufhaltsam. Beim Stand von 24:24, noch fünf Minuten zu spielen, peitschte die Tribüne das Heimteam nach vorne. Die Brühler Bank lebte jede Aktion mit, gab Energie, pushte. In der Abwehr wurde jetzt um jeden Zentimeter gefightet. Spono gelang in der 56. Minute der 25. Treffer des Spiels, Gabriela Czech legte den 25. für den LCB nach. Die Abwehr des Heimteams war nun der Fels in der Brandung und liess die jungen Adler aus der Zentralschweiz nicht mehr walten.

Es war sodann erneut Luisa Eberle, die das Spiel eröffnet hatte und es in der 59. Minute mit ihrem vierten Treffer beendete. 26:25. Kurz darauf parierte Johanna Schildknecht ihren achten Ball. Den womöglich wichtigsten der Saison. Abpfiff. Jubel. Erlösung.

Eine Saison für die Geschichtsbücher
Mit diesem Sieg sichert sich die FU16E des LC Brühl den sechsten U16-Titel in der jüngeren Vereinsgeschichte und dies mit einer Bilanz von 26 Siegen aus 28 Spielen. 22 Siege, ein Remis, eine Niederlage in der regulären Saison, dazu je zwei starke Halbfinal- und Finalauftritte gegen die beiden Zentralschweizer Teams Zug und Spono.

Es war der zweite Meistertitel innerhalb der selben Woche, nachdem auch das SPL1-Team am Mittwoch den 34. Schweizer Meistertitel holte. Und es war der perfekte Abschluss für ein Team, das sich im Laufe der Saison zu einer verschworenen Einheit geformt hat. «Offense wins games, defence wins championships», das Team von Silvano Rigatti und Beni Rachad stellte die beste Abwehr der Liga und zeigte im Finale, was echte Titelreife bedeutet.

LC Brühl Handball

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