Fritz Bischoff, St.Galler Tagblatt
Die Nationalliga A-Handballerinnen des LC Brühl haben zum Abschluss der Hinrunde im ersten Vergleich der aktuellen Saison am Meister und Cupsieger der vergangenen Saison erfolgreich Revanche genommen. In der Saalsporthalle gewannen die St.Gallerinnen den Spitzenkampf gegen GC Amicitia Zürich nach einer soliden Leistung 28:21. Sie haben ihre Position an der Tabellenspitze ohne einen Verlustpunkt mit neu vier Punkten Vorsprung auf die Zürcherinnen und Yellow Winterthur gefestigt.
Die Brühlerinnen waren über die gesamte Spielzeit die deutlich bessere, kompaktere und strukturiertere Equipe. Das Heimteam lag nur während drei Minuten beim 6:5 und beim 7:6 zweimal in Führung. Nach dem 7:7 in der 18. Minute wurde die Überlegenheit des Gästeteams stetig deutlicher. Resultatmässig zeigte sich dies mit vier Toren in Folge vom 8:8 zum 8:12 bis zum 11:15-Halbzeitergebnis. Dabei wurde auch deutlich, dass beim Doublegewinner der Rücktritt der Regisseurin Kerstin Kündig zu einem grossen Substanzverlust geführt hat.
Starke Defensivarbeit
Nach der Pause bis Mitte der 2. Halbzeit glich sich das Spielgeschehen eher wieder etwas aus. Weniger als zwei Treffer betrug der Rückstand des Meisters jedoch nie. GC Amicitia bekundete gegen die aggressive, hartnäckige und mehrheitlich kompakte Defensivarbeit ihrer Gegnerinnen immer wieder Probleme und lief sich im Verteidigungsdispositiv der St.Gallerinnen mehrheitlich fest. Dazu kam, dass sich Torhüterin Claire Hartz zu einer vorzüglichen Leistung steigerte und zum sicheren Rückhalt wurde. Dies, nachdem sie in der ersten Spielhälfte noch kaum Zugriff zum Spiel hatte. Zehn Minuten vor dem Ende, als der Vorsprung der Brühlerinnen auf sechs Tore (17:23) angewachsen war, waren die letzten Zweifel über den Ausgang der Partie beseitigt. «Die Spielerinnen haben eine coole Mentalität gezeigt. Die kämpferische Einstellung hat mir gefallen. Trotz der guten Leistung war aber doch nicht alles optimal», fasste Trainer Raphael Kramer seine Eindrücke zusammen. Dabei dachte er wohl vor allem an die drei nicht verwerteten Penaltys.
Am Samstag mit Spielbeginn um 17.00 Uhr gastiert der LC Brühl beim zweitletzten und bisher sieglosen DHB Rotweiss Thun. In der Hinrunde erspielten sich die St.Gallerinnen gegen die Bernerinnen einen 47:23-Kantersieg.
GC Amicitia – LC Brühl 21:28 (11:15)
Saalsporthalle –125 Zuschauer – Sr.: Henning/Salah.
Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen GC Amicitia und 3–mal 2 Minuten gegen den LC Brühl
GC Amicitia: Kuratli (9 Paraden)/Krüger (0 P.); Steiner (1), Aellen (1), K. Erni (1), Özdemir (5), Winterberg (7/1), D Ambrosio, Bopp (2), J.Erni, Schäfer (2), Schläpfer (2).
LC Brühl: Kaufmann (2 Paraden)/Hartz (7 P.); Kernatsch (4), Baljak (5), Simova (2), Ackermann (2), Altherr (3/1, Mierzwa, Truchot, Schnider (3), Eugster (1), Usik, Hess (4), Arpagaus, Knezevic (4).
Bemerkungen: Verhältnis vergebener Penaltys 0:3. LC Brühl ohne die verletzten oder erkrankten Coker, Mosimann und Kothen.



